Jagd hat Eisbären nie gefährdet

Eisbären würden durch Jagd bedroht, titeln deutsche Medien aktuell. CIC und DJV stellen jedoch fest: nachhaltige Jagd hat den Bestand der Bären nie gefährdet. Einnahmen aus nachhaltiger Jagd kommen lokalen Kommunen zugute.

Die Jagd auf Eisbären basiert laut Weltnaturschutzunion IUCN auf Quoten, die jährlich unter Einbeziehung bester wissenschaftlicher und traditioneller ökologischer Maßstäbe gemeinsam mit den Inuit vor Ort festgelegt werden. (Quelle: Pixabay/DJV)
Die Jagd auf Eisbären basiert laut Weltnaturschutzunion IUCN auf Quoten, die jährlich unter Einbeziehung bester wissenschaftlicher und traditioneller ökologischer Maßstäbe gemeinsam mit den Inuit vor Ort festgelegt werden. (Quelle: Pixabay/DJV)

Aktuell kursieren Berichte, die Jagd würde den Eisbären bedrohen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) widersprechen und warnen vor Forderungen nach Jagdverboten. Die legale Jagd auf Eisbären macht nur einen Bruchteil der natürlichen Mortalität aus und ist ein völkerrechtlich verbrieftes Recht der Inuit auf die nachhaltige Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen. „Eisbär-Jagd ist wesentlich für die Inuit-Identität. Missionieren steht uns ausgesprochen schlecht zu Gesicht. Schließlich ist der westliche Lebensstil eine Ursache dafür, dass sich Lebensgrundlagen für Eisbär und Inuit massiv verschlechtert haben“, so Stephan Wunderlich, Auslandsjagdbeauftragter von DJV und CIC in Deutschland.

Teile der völkerrechtlich verbrieften Jagdquote werden vermarktet

Die Jagd auf Eisbären basiert laut Weltnaturschutzunion IUCN auf Quoten, die jährlich unter Einbeziehung bester wissenschaftlicher und traditioneller ökologischer Maßstäbe gemeinsam mit den Inuit vor Ort festgelegt werden. Nur einige wenige Lizenzen gehen an Gastjäger aus dem Ausland, die Einnahmen kommen den Kommunen zugute.

Unersetzlicher Beitrag zur Proteinversorgung in der Arktis

Die Inuit bejagen Eisbären, Walrösser und Robben wegen ihres Fleisches, die Felle nutzen sie traditionell für Bekleidung. Ein Eisbär gilt dabei als besondere Delikatesse mit der zuerst die Alten, aus Respekt und Wertschätzung, bedacht werden. 80 Prozent ihrer dringend benötigten Proteinversorgung generieren die Inuit aus Jagd, Fisch- und Walfang. Jagd und Fischfang nachhaltig und ökologisch vertretbar zu ersetzen ist unmöglich, eine Versorgung aus dem Supermarkt nicht darstellbar.

Mensch-Wildtier-Konflikte vorbeugen

Die Jagd schützt zudem Inuit vor Gefahr. Weil Bären menschlichen Müll als einfache Nahrungsquelle sehen, kommt es unweigerlich zum Zusammentreffen von Mensch und Bär. Trifft ein Bär auf Schlittenhunde der Inuit und tötet gar den Leithund, bedeutet das einen großen Verlust für die ganze Gemeinde, weil dadurch ein Gespann für Transport, Fischerei und Jagd ausfällt. Bären brechen in Nahrungsdepots ein und vernichten lebensnotwendige Vorräte. Es kommt immer wieder zu tödlichen Übergriffen auf Menschen. Sich wehren zu können, ist verbrieftes Recht der Inuit.

Auch WWF respektiert Jagdrechte indigener und lokaler Völker

Dr. Sybille Klenzendorf, Artenschutzbeauftragte des World Wildlife Fund (WWF) und Expertin für Eisbären kommt in ihrem persönlichen Blog zu dem Schluss: „Für mich ist es selbstverständlich, dass wir vom WWF die traditionellen Jagdrechte indigener und lokaler Völker respektieren. Diese Jagd muss ökologisch nachhaltig durchgeführt werden. Das langfristige Überleben der Art darf nicht gefährdet sein. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Jagd der Inuit keine Bedrohung für das Überleben der Bären darstellt. Das wird regelmäßig überprüft.“