Jäger haben mehr Wildbret geliefert

Im Vergleich zur vorangegangenen Saison gab es im Jagdjahr 2017/18 ein Drittel mehr Wildbret aus heimischen Revieren. Spitzenreiter ist das Wildschwein mit über 19.700 Tonnen. Insgesamt haben die Deutschen knapp 36.000 Tonnen Fleisch von Wildschwein, Reh und Hirsch verzehrt.

Verzehr von Wildfleisch in Deutschland im Jagdjahr 2017/18 (Quelle: DJV)
Verzehr von Wildfleisch in Deutschland im Jagdjahr 2017/18 (Quelle: DJV)

Insgesamt haben die Deutschen im Jagdjahr 2017/18 (1. April bis 31. März)  36.013 Tonnen Wildbret von Wildschwein, Reh und Hirsch aus heimischer Jagd verspeist. Das sind über 34 Prozent mehr Fleisch als in der vorangegangenen Saison. Unangefochten an der Spitze liegt das Wildschwein mit 19.737 Tonnen, gefolgt vom Reh mit 12.368 Tonnen. Mit noch größerem Abstand folgen Rothirsch (2.633 Tonnen) und Damhirsch (1.276 Tonnen). Diese Auswertung auf Basis der Jagdstatistik hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute vorgelegt.

Das meiste Wildbret vom Wildschwein kommt zum einen aus der Region Hessen/Rheinland-Pfalz und zum anderen aus Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern. In diesen vier Bundesländern haben Jäger insgesamt knapp 8.500 Tonnen Wildbret geliefert, das entspricht etwa einem Viertel der Gesamtmenge. Der Schwerpunkt für Fleisch vom Reh liegt im Süden Deutschlands: In Baden-Württemberg und Bayern fielen zusammen rund 3.100 Tonnen Wildbret an - knapp ein Fünftel der Jagdsaison 2017/18. Jäger in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben zusammen die größte Menge Hirschfleisch produziert: Beim Rothirsch waren es über 800 und beim Damhirsch 500 Tonnen. Das entspricht jeweils etwa einem Drittel des Gesamtaufkommens.

Laut DJV-Erhebung essen 60 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Jahr Wildbret. Das sind 25 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Beim Kauf sollten Verbraucher genau hinschauen und auf Regionalität achten. Insbesondere in Supermärkten wird häufig Wildfleisch fragwürdiger Herkunft verkauft. Über 19.000 Tonnen Wildfleisch wurden 2017 importiert, darunter 4.000 Tonnen aus Übersee. Oftmals handelt es sich dabei um Hirschfleisch aus landwirtschaftlicher Gatterhaltung. Heimisches Wildbret erhalten Verbraucher beim Jäger, Förster oder Metzger. Auf der Plattform www.wild-auf-wild.de gibt es eine bundesweite Postleitzahlensuche für rund 2.500 regionale Anbieter. Auch Restaurants mit Wildbret-Spezialitäten sind dort gelistet. Über 200 moderne Rezepte regen zum Nachkochen an. Übrigens: Wildbret leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen „bræt“ ab (11. bis 14. Jahrhundert), was Fleisch bedeutet. Als Wildbret bezeichnen Jäger das Fleisch von dem Jagdrecht unterliegenden, heimischen und in der Wildbahn erlegten Tieren.

Der DJV unterstützt mit der Kampagne Wild auf Wild das erste Wild Food Festival in Dortmund. In Workshops und auf der Bühne präsentieren Experten die große kulinarische Vielfalt von Wildbret und zeigen, wie es sich zubereiten lässt. Jetzt anmelden für die Workshops! Tickets und weitere Infos gibt es im Internet unter: wildfoodfestival.de.