„Es gibt nichts Vergleichbares im deutschsprachigen Raum“

Volker Seifert ist Jäger und Administrator des im Januar 2014 gestarteten Internetprojekts „Aktionsbündnis Neue Medien Jagd“, ein Webblog, der Nachrichten zum Thema Jagd von deutschsprachigen Internetseiten bündelt. Warum ein Waidmann in seiner Freizeit lieber Pixel schubst als Wild nachzustellen, verrät der 48-Jährige im DJV-Interview.

Screenshot der Webseite Aktionsbündnis Neue Medien Jagd (Quelle: Aktionsbündnis Neue Medien / DJV)
Screenshot der Webseite Aktionsbündnis Neue Medien Jagd (Quelle: Aktionsbündnis Neue Medien / DJV)

DJV: „Herr Seifert, was hat Sie dazu veranlasst, den Meta-Blog „Neue Medien Jagd“ zu erstellen?“

Volker Seifert: „Den Anlass gab die 51. Internationale Jagdkonferenz im Juni 2013. Da wurde beschlossen, ein Portal für deutschsprachige Meldungen rund um die Jagd zu schaffen. Da ein Jahr lang nichts passierte, habe ich die Sache selber in die Hand genommen.“

„Was unterscheidet ihren Blog von anderen Medien?“

„Zum einen ist es ein Meta-Blog. Das heißt, es werden keine eigenen Artikel generiert, sondern es werden Artikel zusammengetragen. Dabei wird die Verlinkung zu den Artikeln hergestellt. Zum anderen ist das Alleinstellungsmerkmal, dass es nichts Vergleichbares im deutschsprachigen Raum gibt. Hier kommen auf einer Seite alle aktuellen Meldungen zum Thema Jagd zusammen.“

„Wie gut wird ihre Internetseite angenommen?“

„Die Besucherzahlen sind sehr hoch. Am Tag haben wir etwa 2.000 unterschiedliche Besucher. Am ersten Tag hatten wir schon 50 Besucher, dann haben sich die Besucherzahlen sehr schnell hoch geschaukelt. In den ersten sechs Wochen kamen 50 bis 100 Besucher pro Tag mehr dazu. Außerdem benutzen laut meinem Auswertungsprogramm 40 % der Besucher die Seite als Startseite ihres Browsers.“

„Ihre Internetseite repräsentiert eine Fülle von Artikeln. Wie stellen Sie die Qualität sicher? Werden die Artikel aufbereitet?“

„Es findet keine Aufbereitung statt. Wenn ich eine Seite mit aufnehme, dann hat sie mich vom Inhalt überzeugt. Sie hat nicht zwingend journalistische Qualität, ist jedoch aus meiner Sicht informativ für den Jäger. Eine weitere Aufbereitung wäre auch zu viel Arbeit. Pro Tag werden etwa 10 Artikel verlinkt. Tagsüber kommen die Artikel von den Verbänden, abends die Artikel von Privatpersonen.“

„Betreuen Sie die Seite alleine?“

„Ja, wobei der Betreuungsaufwand sehr gering ist. Es geht eher um das Recherchieren neuer Seiten. Einige Seiten hätte ich gerne dabei, das geht aber leider technisch noch nicht.“

„Welche Seiten können technisch berücksichtigt werden?“

„Wichtig ist, dass die Meldung ein tagesgenaues Datum hat und auf einer einzelnen Webadresse hinterlegt ist. Inhaltlich kommen alle Informationen in Betracht, die als Pressemeldung, Radio- oder Video-Podcast und Nachricht publiziert wurden und den Umfang einer reinen Meldung überschreiten. Deshalb habe ich habe ein Programm geschrieben, das nur neue Meldungen berücksichtigt. Von den Meldungen, die das Programm generiert, berücksichtige ich gut ein Drittel. Der Rest ist zu spezifisch, zum Beispiel zu regionalgebunden.“

 

Zur Person

Volker Seifert hat seit 32 Jahren seinen Jagdschein. Der 48-Jährige Programmierer geht am liebsten im Winter auf Fuchsjagd. Er führt eine Deutsche Bracke, hat jedoch auch schon Deutsch-Drahthaar und einen Wachtelhund geführt.