Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. als anerkannte Naturschutzvereinigung begrüßt das heute vom Landtag verabschiedete „Gesetz zur Neuordnung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege“. 

Das verabschiedete Gesetz sorgt nicht nur für die notwendige Anpassung des Landesrechts an das seit 2010 bundesweit geltende Bundesnaturschutzgesetz, sondern wahrt auch landesrechtlich bewährte Standards und setzt darüber hinaus einige wichtige Akzente für den Naturschutz im Land. „Besonders erfreulich für den LJV ist“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann, „dass der „Generalwildwegplan“ nach dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz auch Eingang ins Naturschutzrecht gefunden hat.“

Auch die Stärkung der Landschaftserhaltungsverbände, erweiterte Anhörungsrechte für anerkannte Naturschutzvereinigungen oder das Moorschutzprogramm gehören für den LJV zur Habenseite des neuen Gesetzes.

 

Der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. ist stolz auf die hervorragende Platzierung bei einem der größten Umweltpreise Europas. Dies zeigt, dass Naturschutz aus Jägerhand bundesweit geschätzt wird.

Als eines von zehn, bundesweit ausgesuchten Naturschutzvorhaben war das Naturschutzprojekt „Wildkatzenland an Werra und Meißner“ des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V. für die Endrunde des GreenTec Awards 2015, einem der größten Umweltpreise Europas, in der Kategorie „Sonderpreis des WWF (World Wide Fund for Nature)“ nominiert worden.

Bei der jetzt zu Ende gegangenen Online-Abstimmung im Internet belegten die Jägerinnen und Jäger aus dem Werra-Meißner-Kreis den 2. Platz. Dabei konnten viel größere Naturschutzverbände auf die weiteren Plätze verwiesen werden. Was zunächst nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg für das nordhessische Wildkatzenprojekt aussah, entwickelte sich in der letzten Woche der zwei Monate dauernden Abstimmungsphase zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem innerstädtischen Naturschutzprojekt aus Berlin, dem sich die nordhessischen Jägerinnen und Jäger schließlich geschlagen geben mussten.

„Wir sind stolz auf diesen zweiten Platz!“ betonte Rainer Stelzner, der Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege. „Diese hervorragende Platzierung zeigt, dass Naturschutz aus Jägerhand bundesweit geschätzt wird. Besonders aber haben wir uns über die überragende Unterstützung der Jagdverbände und Jagdvereine aus ganz Deutschland gefreut. Aber auch viele Mitglieder nichtjagender Naturschutzverbände haben für uns gestimmt. Besonders groß aber war die Hilfe aus der Region. Die Institutionen des Werra-Meißner-Kreises, die Städte und Gemeinden, allen voran die für unseren Verein namensgebende Kreisstadt Eschwege, die Forstämter im Kreis und in ganz Hessen, der Naturpark, viele Firmen in der Region, Behörden und Ämter in ganz Hessen, die politischen Parteien und nicht zuletzt unzählige Privatpersonen haben für unsere, nordhessischen Wildkatzen abgestimmt. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!“

„Die Kampagne um das Online-Voting für unser Wildkatzenprojekt hat deutlich gezeigt, dass Naturschutzprojekte durchaus in der Lage sind, die Menschen zu verbinden, und nicht – wie oft – zwangsläufig etwas trennendes haben müsse“, betonte Dr. Jörg Brauneis, der das Wildkatzenprojekt des Jagdvereins betreut. „Viele Zuschriften und Anrufe haben uns gezeigt, dass die Menschen die Wildkatzen lieben und dem Schutz ihres Lebensraumes, den unzerstörten, artenreichen Wäldern Nordhessens eine hohe Bedeutung beimessen. Wildkatzen und Wald stehen als Symbole für eine liebens- und lebenswerte Umwelt hier im Werra-Meißner-Kreis. Während der zweimonatigen Abstimmungsphase konnten wir unser Wildkatzenprojekt und damit auch die Natur im Werra-Meißner-Kreis in vielen Zeitschriften und auf zahlreichen Internetseiten präsentieren. Dass es zum Schluss für den Sieg nicht ganz gereicht hat, ist dabei bestenfalls ein kleiner Wermutstropfen. Jedenfalls ermutigt uns dieser zweite Platz dazu, uns auch weiter als Jägerinnen und Jäger für den Schutz der Wildtiere unserer Heimat und ihrer Lebensräume einzusetzen.“

Das Wildkatzenschutzprojekt des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege des LJV Hessen hat bei der Online-Wahl für den Umweltpeis des WWF "Greentec" aktuell die Nase vorn. Damit das so bleibt, können Sie dem Projekt noch bis zum 11. Januar 2015 Ihre Stimme geben.

Der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. (JVWM) hat es mit seinem Naturschutzprojekt „Wildkatzenland an Werra und Meißner“ in die TOP 10 des WWF Sonderpreises der GreenTec Awards 2015 geschafft. Der selbst ernannte größte Umwelt- und Wirtschaftspreis Europas läuft unter der Patenschaft des WWF (World Wide Fund for Nature) Deutschland.

Nachdem die Eschweger Jäger für ihren Wildkatzenschutz bereits im Jahr 2010 den Umweltschutzpreis des Werra-Meißner-Kreises erhalten haben, ist dies eine erneute, nun überregionale Anerkennung für die ehrenamtliche Naturschutzarbeit der Jägerinnen und Jäger.

Jetzt ist die Hilfe aller gefragt, damit der JVWM im Mai 2015 den Preis entgegennehmen kann: Stimmen Sie am besten sofort online ab, unter www.greentec-awards.com/wettbewerb/online-voting-2015.html weiter unten auf der Seite in der Kategorie „WWF Sonderpreis“ für „Wildkatzenland an Werra und Meißner“! Als einziger der GreenTec Awards wird der WWF Sonderpreis direkt und ausschließlich über die Online-Abstimmung als Publikumspreis ermittelt!

Weitere Informationen zum Wildkatzenprojekt gibt es auf der Internetseite des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege www.jvwm.de. Für mehr Informationene zum Projekt, können sich Interessierte an Dr. Brauneis unter dr.brauneis@t-online.de wenden.

Die Unterstützung des Projekts lohnt sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für jeden, der abstimmt: unter allen Teilnehmern werden als Hauptgewinn zwei Galakarten für die Preisverleihung am 29. Mai 2015 in Berlin verlost, inklusive der Anreise und Übernachtung im Hotel NH Berlin an der Friedrichstraße.

Mit den GreenTec Awards werden jedes Jahr innovative Produkte und Projekte, die den Weg in eine umweltbewusste Zukunft weisen geehrt. Etablierte Medienpartner wie ProSieben und WirtschaftsWoche unterstützen die GreenTec Awards dabei, grünen Ideen eine Plattform zu bieten und ihnen so größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Was wird denn nun aus dem Jagdgesetz? Nur vordergründig ist es still geworden um die grüne Herzensangelegenheit. Hinter den Kulissen wird eifrig nach Kompromissen zwischen Jägern und Tierschützer gesucht.

Im Herbst kommt es zum Schwur: Boxt Grün-Rot das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz allein gegen den Widerstand von Jägern und Opposition durch? Oder findet sich doch noch ein Dreh, mit dem am Ende nicht nur die Tierschützer, sondern auch die Jäger mit dem seit Monaten heftig umstrittenen Schriftstück leben können? Aktuell klingen beiden Seiten nicht so negativ, wie es im Frühjahr noch den Anschein machte.

Allerdings umfasst die Stellungnahme des Landesjagdverbands zum Gesetzentwurf aus dem Forstministerium von Alexander Bonde (Grüne) sage und schreibe 42 Seiten. Was nicht gerade so aussieht, als ließen sich da rasch gemeinsame Positionen finden. Ohne viel aus den laufenden Gesprächen hinter den Kulissen zu berichten, sagt der stellvertretende Landesjägermeister und Rechtsanwalt Wolf Riedl nur so viel: «Wir befinden uns nach wie vor im Gespräch.» 

Man sei dabei, die vorgebrachten Einwendungen und Anregungen aus dem Beteiligungsverfahren abzuarbeiten, heißt es im Forstministerium. Auch die 2419 Kommentare auf dem Beteiligungsportal des Landes würden derzeit abgearbeitet, berichtet das Staatsministerium. Kein anderes Thema auf der seit Frühjahr 2013 bestehenden Internet-Seite habe bislang derart bewegt. Zum Vergleich: Der ebenfalls umstrittene Nationalpark auf Platz zwei brachte es auf 461 Kommentare.

Der überarbeitete und dann vermutlich endgültige Gesetzentwurf könne dann wohl im Herbst seinen Weg durch das Parlament antreten, hieß es im Forstministerium weiter. Es gebe ja bei diesem Thema «keine Eile».

Der Gesetzentwurf für das neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz soll das im Kern gut 20 Jahre alte Jagdgesetz an die heutigen Kenntnisse über Wildtiere anpassen und das Jagdwesen den neusten Anforderungen des Naturschutzes und des Tierschutzes anpassen. Zudem behaupten die Befürworter, nur wenn man die Jäger einbinde und die Bedeutung der Jagd betone, könne man ihr Image aufpolieren.    

Herzstück des Gesetzes ist das sogenannte Schalenmodell, in dem die Tiere in mehreren Stufen von jagbar (Nutzungsmanagement) - wie Rehe oder Wildschweine - bis geschützt (Schutzmanagement) - wie Auerhuhn oder Wanderfalke - eingeteilt werden. Festgelegt werden soll das von Wildtiermanagern und eben nicht mehr von Jägern allein.

Viele Jäger im Land sehen ihr traditionsreiches Recht dem Naturschutz untergeordnet. Inzwischen hat sich sogar der Deutsche Jagdverband eingemischt, zumal man dort befürchtet, die baden-württembergische Debatte komme nun auch auf andere Landesverbände zu. Bei einer strikten Trennung zwischen dem Jagdrecht und dem Naturschutzrecht müsse es unbedingt bleiben, hieß es in Berlin.

«Ich denke, es sind Lösungen zu finden», sagt Vize-Landesjägermeister Riedl. Das «restriktive Fütterungsverbot» aber sei «inakzeptabel». Knackpunkt sei auch die Jagdruhe im Frühjahr, in der Wildschweine nicht bejagt werden dürften. «Das geht mit uns nicht - schon wegen der Seuchengefahr.» Überdies befürchten die Jäger, dass mit jeder Vorschrift das Interesse an der Jagd sinkt. «Die Motivation, Verantwortung für ein Revier zu übernehmen, geht zurück», sagt Riedl.

Das Gesetz verbietet etwa Totfangfallen und das unkontrollierte Abschießen streunender Hunde und Katzen. Zudem soll es aus Gründen des Tier- und Artenschutzes ein begrenztes Fütterungsverbot geben. Auch soll von 2017 an nur noch bleifreie Munition verwendet werden.

Alles Punkte, auf die etwa der Naturschutzbund Nabu nicht verzichten möchte. Darum sei man auch zu Kompromissen bereit, sagt Landeschef Andre Baumann. Aber: «Das Gesamtpaket muss stimmen.» Man habe schon die eine odere andere Kröte geschluckt, etwa bei der Liste der jagbaren Arten oder der Zeit der Jagdruhe. Zu den Verhandlungen will aber auch er nicht zu viel sagen. Genauso wenig wie der Jagdverband und das Ministerium. Ob das ein gutes Zeichen für ein Happy End ist?

AFN und DJV: Nabu und BUND auf dem Irrweg

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) zeigen sich erstaunt über ein Bündnis der Naturschutzverbände Nabu und BUND mit erklärten Jagdgegnern in Nordrhein-Westfalen. Es ist laut AFN und DJV ein gefährlicher Irrweg und das falsche Signal, mit Tierrechtsorganisationen wie „Peta“ und „Menschen für Tierrechte“ auf Landesebene Allianzen für eine Jagdreform einzugehen, weil ebendiese für jeden nachlesbar die Abschaffung der Jagd fordern. DJV-Präsident Hartwig Fischer sagte dazu: „Fundamentalistische Organisationen, die dem Menschen das Recht abstreiten, Tiere zu nutzen, sind keine Partner für eine geplante Jagdreform.“

AFN und DJV fordern Nabu und BUND auf, den Kurs in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg zu korrigieren: Eine erfolgreiche Jagdreform ohne den ehrlichen Dialog mit den tatsächlich Betroffenen wird es nicht geben. „Jagdrecht ist Eigentumsrecht, und das seit der Revolution von 1848. Vier Millionen Menschen und ihre Familien besitzen forst- oder landwirtschaftliche Flächen und somit das Jagdrecht. Das lassen sie sich nicht einfach wegnehmen“, betonte der AFN-Vorsitzende Philipp Freiherr zu Guttenberg. Jagd sei notwendig, um Wildschäden und Seuchen zu verhindern und den Artenschutz zu fördern. Den meisten Grundbesitzern sei dies bewusst, so Fischer und Freiherr zu Guttenberg: „Genau deshalb haben bisher nur wenige Menschen ihre Grundstücke befrieden lassen.“ Die bei Behörden vorliegenden Anträge summieren sich nach DJV-Hochrechnung auf weniger als 0,1 Promille der bundesweiten Jagdfläche von knapp 32 Millionen Hektar.

DJV und AFN machten deutlich, dass beim Jagdrecht das Verhältnis zwischen Einschränkungen und Freiheiten nicht aus dem Gleichgewicht geraten darf. In Baden-Württemberg droht dies der Fall zu werden, wie ein Fachartikel von Professor Michael Brenner, Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der Universität Jena, zeigt. Sein Fazit: Jagdrecht sei Teil des Eigentumsrechts. Geplante Einschränkungen wie ein pauschales Fütterungsverbot oder eine Jagdruhe auf Schwarzwild stellten erhebliche Eingriffe dar. Grundsätzlich seien die Beschränkungen begründungsbedürftig, nicht die Jagd selbst.

DJV und AFN wenden sich nicht per se gegen Änderungen des Jagdgesetzes. Anpassungen sind ein normaler Vorgang, seit 1952 wurde das Bundesjagdgesetz mehrmals novelliert, zuletzt 2013: Die Befriedung von Grundstücken aus Gewissensgründen wurde eingeführt. Zu Biologie und Einfluss von Wildtieren in unserer Kulturlandschaft besteht nach Ansicht von AFN und DJV weiterer Forschungsbedarf. Etwa, um wissensbasierte und praxisorientierte Grundlagen für eine Jagdrechtsreform zu schaffen. Die beiden Verbände laden Nabu und BUND ein, die Wildtierforschung partnerschaftlich zu forcieren.

Die im AFN zusammengeschlossenen 19 Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer – Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Winzer, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Reiter und Fischer – sind überzeugt, dass nur durch die nachhaltige Naturnutzung die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Arten und Biotopen erhalten werden kann. Das AFN vertritt insgesamt mehr als 6 Millionen Menschen des ländlichen Raums. Der DJV vertritt als Dachverband rund 245.000 Jäger in Deutschland.

Naturschutzprojekte der Landesjagdverbände

Über die Jagdabgabe, die in den meisten Bundesländern beim Lösen des Jagdscheins entrichtet werden muss, finanziert die Jägerschaft unter anderem wildbiologische Forschung aber auch Naturschutzprojekte. Die Landesjagdverbände betreiben zum Teil über entsprechende Stiftungen landesweite Programme zur Biotopgestaltung und Erhaltung seltener Arten oder fördern ihre Untergliederungen. Kein anderer Naturschutzverband investiert flächendeckend vergleichbare Mittel aus eigenem Aufkommen in Maßnahmen der Lebensraumverbesserung für wildlebende Arten wie die Jägerschaft.

Nachfolgend werden exemplarisch Naturschutzprojekte der Landesjagdverbände vorgestellt. Sie stehen nicht alleine, sondern werden begleitet von unzähligen Einzelprojekten der Jäger und Hegegemeinschaften draußen in den Revieren.

Von der Neupflanzung oder Pflege einer Hecke, über die Anlage und Betreuung eines Laichgewässers bis zur Biotopvernetzung auf einer ganzen Gemarkung. Aktivitäten, die zeigen, dass es den Jägern um praktischen Naturschutz geht, der nicht nur jagdbarem Wild, sondern der gesamten biologischen Vielfalt zugute kommt.

 

Hier sind einige Beispiele:

LJV Nordrhein-Westfalen: Biotophegepreis 2014 geht an Solinger Jäger
In Kooperation mit Tierschutz- und Naturschutzvereinen vor Ort ist es den Solinger Jägern gelungen, ein Netzwerk aus Verbündeten für Natur- und Artenschutz zu knüpfen. Ein Aufforstungsprojekt auf einer 5.000 Quadratmeter große Wiese gewann den Biotophegepreis 2014.
 
LJV Schleswig-Holstein: Erfolgsprojekt Wiesenweihenschutz
Bodenbrüter wie die Wiesenweihe brüten normalerweise im Schilf oder Röhricht. In Deutschland müssen sie jedoch häufig auf intensiv genutzte, monotone Wiesen und Äcker ausweichen. Jäger in Schleswig-Holstein engagieren sich, in dem sie Gelege vor der Mahd aufsuchen und Beutegreifern reduzieren.

 

Komplexe Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, wie etwa das Schwarzwildprojekt oder das Projekt Energie aus Wildpflanzen des Netzwerkes Lebensraum Feldflur  zielen darauf ab, eine Win-Win-Situation für Naturnutzer und Tierarten in der Kulturlandschaft zu schaffen. Das im Jahr 2000 initiierte Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschland (WILD) kartiert Wildtierarten durch Sichtungen der Jäger. Mit dem Projekt Holsteiner Lebensraumkorridore setzen wir uns gegen die Zerschneidung von Lebensräumen ein.

Das Projekt internationale Abkommen zur Fangjagd (AIHTS) bemüht sich um die Zertifizierung von Fallen für eine zeitgemäße und tierschutzkonforme Fangjagd. Das Projekt zur Prävention von Wildunfällen in Kooperation mit dem ADAC setzt sich für mehr Verkehrssicherheit für Autofahrer und weniger Straßenverluste bei Wildtieren ein. Im LEMISI-Projekt in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Bundeslandwirtschaftsministerium wird der Eintrag von Geschossmetallen in das Lebensmittel untersucht.

Naturschutz ist leider keine objektive Wissenschaft, sondern eine von Meinungen und Überzeugungen geprägte gesellschaftspolitische Übereinkunft über Schutzprojekte und Schutzstrategien, festgeschrieben in Naturschutzgesetzen.

Der klassische Naturschutz basiert auf der Unterschutzstellung bestimmter Flächen. Solche räumlich begrenzten Schutzgebiete reichen, wie die Vergangenheit gezeigt hat, für die dauerhafte Erhaltung von Arten und Lebensgemeinschaften jedoch meist nicht aus. Sie sind zu klein, zu wenig vernetzt oder werden zu stark von angrenzender Intensivnutzung beeinträchtigt.

Deshalb fordern viele Naturschützer heute den flächendeckenden Naturschutz. Ein solches Ziel kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Eigentümer der Flächen, das sind klassischerweise die Land- und Forstwirte, in die Planung und Umsetzung einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Kluft zwischen “Naturschützern” und “Naturnutzern” überwunden wird und die verschiedenen Naturschutzverbände an einem Strang ziehen.

Jäger haben die Möglichkeit zum flächendeckenden Naturschutz: Sie wirken in die Landschaft hinein und haben einen direkten Zugriff auf die Fläche. Denn sie stehen in engem Kontakt zu den Grundeigentümern, von denen sie ihr Jagdrevier gepachtet haben. Durch die langfristige Verpachtung der Reviere können Naturschutzprojekte über Jahre hinweg durchgeführt werden.

Jäger übernehmen echte Naturschutzaufgaben, von daher sind die meisten Landesjagdverbände, wie auch der DJV, anerkannte Naturschutzvereinigungen.

Ihre Stärke liegt im angewandten, praktischen Naturschutz. Dazu zählt z. B. die Einrichtung von Ruhezonen oder die Schaffung von Äsungs- und Deckungsflächen für das Wild. Solche neu eingesäten oder bepflanzten Flächen sind nicht nur für das Wild wichtig. Gerade in intensiv genutzter Landschaft bieten Wildäcker, Hecken und Gebüsche, Kräuter- und Blütenpflanzen vielen selten gewordenen Reptilien, Vögeln, Schmetterlingen, Hummeln und anderen Insekten neuen Lebensraum.

Auch die Pflege von Streuobstwiesen oder die Anlage eines Laichgewässers am Waldrand gehört zu den typischen Naturschutzmaßnahmen der Jäger. Über diese Einzelmaßnahmen hinaus haben sie in vielen Bundesländern eigene großflächige und langfristige Artenschutzprogramme z. B. für Rebhuhn, Auerwild, Birkwild, Haselwild, für Großtrappe, Seehund und Fischotter ins Leben gerufen.

Hier wird nicht nur gepflanzt und gesät, sondern auch wissenschaftlich gearbeitet. Es erfolgen Bestandserhebungen durch Frühjahrs- und Herbstzählungen, es werden Biotopstrukturen und Umweltfaktoren erfasst, Klima- und Witterungsdaten ausgewertet, bodenkundliche Werte ermittelt. Sie bilden die Basis für die weitere Projektplanung.

Jagd und Naturschutz sind fest miteinander verbunden – ohne eine intakte, artenreiche Natur ist Jagd nicht möglich.

Deshalb sind Jäger Naturschützer. Auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat anerkannt, dass die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen zu deren Bewahrung beiträgt. Nur wer Lebensräume gestaltet, kann ihre natürlichen Ressourcen auch nachhaltig nutzen. Das Bundesjagdgesetz hält Schutz und Nutzung unter dem Begriff "Hege" fest, den man heute mit "Erhalt und Pflege" von Tierbeständen übersetzen könnte. Zu den häufigsten Naturschutzmaßnahmen der Jäger zählen Biotopschutz, Biotopvernetzung und gezielte Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten.

Um eine möglichst artenreiche und landschaftstypische Kulturlandschaft zu erhalten, investieren Jäger nicht nur beträchtliche private Gelder sondern auch viel ehrenamtliche Zeit. Jagd ist also Ergänzung und Partner des Naturschutzes.

Nebenbei sammeln Jäger flächendeckend in Deutschland Informationen zum Zustand und der Entwicklung heimischer Arten. Auch Wölfe oder anderes Großraubwild werden meist zuerst von Jägern erspäht. Im Blick haben die Jäger auch die Ausbreitung gebietsfremder und invasiver Arten (Neozoen, Neophyten), die sie im Rahmen des DJV-Wildtiermonitoringprogramms melden.

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