Der "Tag der Regionen" ist eine Initiative um die Stärken der Regionen aufzuzeigen. Der Deutsche Jagdverband sprach mit der verantwortlichen Bundeskoordinatorin Brigitte Hilcher über die Initiative und warum sich eine Teilnahme für Jäger lohnt.

DJV: Was verbirgt sich hinter der Bewegung „Tag der Regionen“?

Brigitte Hilcher: Der Tag der Regionen ist der bundesweite, dezentrale Aktionstag der Regionalbewegung. Jährlich von einer Vielzahl Verbündeter und Partner gestaltet, präsentiert er eindrucksvoll die Stärken der Regionen und rückt die Chancen der Regionalisierung ins Spannungsfeld zur Globalisierung sowie ins öffentliche Bewusstsein. 

Der Tag der Regionen will Erlebnisse schaffen, die dem Verbraucher die Zusammenhänge zwischen persönlicher Kaufentscheidung und den Entwicklungschancen der eigenen Region unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung bewusst machen. Der Aktionstag zeigt die Stärken der Regionen, macht Werbung für deren Produkte und bringt lokale Akteure zusammen. 

Wann und unter welchem Motto ist der nächste bundesweite Aktionszeitraum?

Dieses Jahr findet der Tag der Regionen am 4. Oktober statt. In einem Aktionszeitraum vom 25. September bis 11. Oktober können Veranstaltungen angemeldet werden. Das Motto zum Aktionstag 2015 lautet „Das Leben im Dorf lassen – für die Zukunft der Stadt“. Ganz gezielt sollen damit die Zusammenarbeit von Stadt und Land im Hinblick auf die Förderung regionaler Wertschöpfung und die Bewahrung regionaler Kultur- und Artenvielfalt fokussieren sowie die vorhandenen Potenziale der Regionen gestärkt werden. 

Wen sprechen Sie mit der Aktion an? Wer sollte sich in welcher Form beteiligen?

Der Tag der Regionen als deutschlandweite Plattform lädt alle regionalbewegten Menschen zum Mitmachen ein. An über 1000 Aktionsstandorten beteiligen sich jährlich klein- und mittelständische Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe, regionale Dienstleistungsunternehmen, Initiativen und Verbände aus den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Erneuerbare Energien und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es engagieren sich Heimatvereine, kirchliche Gruppen, Regionalvermarktungsinitiativen und viele Einzelpersonen.       

Warum ist die Aktion gerade auch für Jäger interessant?

Brigitte Hilcher - Bundeskoordinatorin des Tag der RegionFür Jäger sehen wir viele Ansatzpunkte zum Tag der Regionen: Wildbret als regionales Produkt der kurzen Wege ist optimal geeignet, die Zusammenhänge von Naturschutz, regionalen Wirtschaftskreisläufen und regionalem Genuss zu verdeutlichen. Zudem bieten zahlreiche Umweltbildungsangebote der Jägerschaft hervorragende Einblicke in die heimische Tier- und Pflanzenwelt, vermitteln Umweltbewusstsein und bieten Naturerlebnisse. Mit ihrem Angebot „Herbstliche Wildwochen für Senioren“ und „Auf der Pirsch mit dem Waldkindergarten“ beteiligte sich z.B. die Kreisjägerschaft Wesel am Aktionstag im Jahr 2013 und erhielt dafür vom Aktionsbündnis Tag der Regionen die Auszeichnung „Regional mit Qualität“. In der Begründung der Jury hieß es dazu: „Durch die Ansprache von Jung und Alt gleichermaßen wurde das Ziel der Sensibilisierung für Naturschutzbelange, heimische Flora und Fauna sowie qualitativ hochwertige regionale Wildspezialitäten gelungen verfolgt.“

Wie können interessierte Kreisgruppen mitmachen? Wo meldet man seine geplante Aktion an?

Veranstaltungen können in den beiden bundesweiten Koordinationsstellen zum Tag der Regionen oder direkt auch auf der Webseite www.tag-der-regionen.de angemeldet werden. Hier geht`s zur Broschüre "Mitmachen"! Leitfaden: Beratung, Vermittlung von weiteren Kontakten und Information gibt es in den Koordinationsbüros:    

Koordinationsbüro Süd
Gisela Endt
Hindenburgstraße 11
91555 Feuchtwangen

Tel. 09852-1381
Fax 09852-615291
E-Mail: bund-sued@tag-der-regionen.de

Koordinationsbüro Nord
Brigitte Hilcher 
Zur Specke 4
34434 Borgentreich

Tel. 05643-948537
Fax 05643-948803
E-Mail: bund-nord@tag-der-regionen.de

 

Volker Seifert ist Jäger und Administrator des im Januar 2014 gestarteten Internetprojekts „Aktionsbündnis Neue Medien Jagd“, ein Webblog, der Nachrichten zum Thema Jagd von deutschsprachigen Internetseiten bündelt. Warum ein Waidmann in seiner Freizeit lieber Pixel schubst als Wild nachzustellen, verrät der 48-Jährige im DJV-Interview.

DJV: „Herr Seifert, was hat Sie dazu veranlasst, den Meta-Blog „Neue Medien Jagd“ zu erstellen?“

Volker Seifert: "Den Anlass gab die 51. Internationale Jagdkonferenz im Juni 2013. Da wurde beschlossen, ein Portal für deutschsprachige Meldungen rund um die Jagd zu schaffen. Da ein Jahr lang nichts passierte, habe ich die Sache selber in die Hand genommen."

„Was unterscheidet ihren Blog von anderen Medien?“

"Zum einen ist es ein Meta-Blog. Das heißt, es werden keine eigenen Artikel generiert, sondern es werden Artikel zusammengetragen. Dabei wird die Verlinkung zu den Artikeln hergestellt. Zum anderen ist das Alleinstellungsmerkmal, dass es nichts Vergleichbares im deutschsprachigen Raum gibt. Hier kommen auf einer Seite alle aktuellen Meldungen zum Thema Jagd zusammen."

„Wie gut wird ihre Internetseite angenommen?“

"Die Besucherzahlen sind sehr hoch. Am Tag haben wir etwa 2.000 unterschiedliche Besucher. Am ersten Tag hatten wir schon 50 Besucher, dann haben sich die Besucherzahlen sehr schnell hoch geschaukelt. In den ersten sechs Wochen kamen 50 bis 100 Besucher pro Tag mehr dazu. Außerdem benutzen laut meinem Auswertungsprogramm 40 % der Besucher die Seite als Startseite ihres Browsers."

„Ihre Internetseite repräsentiert eine Fülle von Artikeln. Wie stellen Sie die Qualität sicher? Werden die Artikel aufbereitet?“

"Es findet keine Aufbereitung statt. Wenn ich eine Seite mit aufnehme, dann hat sie mich vom Inhalt überzeugt. Sie hat nicht zwingend journalistische Qualität, ist jedoch aus meiner Sicht informativ für den Jäger. Eine weitere Aufbereitung wäre auch zu viel Arbeit. Pro Tag werden etwa 10 Artikel verlinkt. Tagsüber kommen die Artikel von den Verbänden, abends die Artikel von Privatpersonen."

„Betreuen Sie die Seite alleine?“

"Ja, wobei der Betreuungsaufwand sehr gering ist. Es geht eher um das Recherchieren neuer Seiten. Einige Seiten hätte ich gerne dabei, das geht aber leider technisch noch nicht."

„Welche Seiten können technisch berücksichtigt werden?“

"Wichtig ist, dass die Meldung ein tagesgenaues Datum hat und auf einer einzelnen Webadresse hinterlegt ist. Inhaltlich kommen alle Informationen in Betracht, die als Pressemeldung, Radio- oder Video-Podcast und Nachricht publiziert wurden und den Umfang einer reinen Meldung überschreiten. Deshalb habe ich habe ein Programm geschrieben, das nur neue Meldungen berücksichtigt. Von den Meldungen, die das Programm generiert, berücksichtige ich gut ein Drittel. Der Rest ist zu spezifisch, zum Beispiel zu regionalgebunden."

 

Zur Person

Volker Seifert hat seit 32 Jahren seinen Jagdschein. Der 48-Jährige Programmierer geht am liebsten im Winter auf Fuchsjagd. Er führt eine Deutsche Bracke, hat jedoch auch schon Deutsch-Drahthaar und einen Wachtelhund geführt.

 

 

 

 

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