Löwenschutz und nachhaltige Nutzung durch Jagd schließen sich nicht aus. Trotzdem sorgt die Erlegung einzelner Löwen immer wieder für medialen Aufruhr. Dr. Chris Brown, Geschäftsführer der Namibischen Umweltkammer erklärt im Interview mit CIC und DJV, welche Effekte die Jagd auf Löwen für deren Fortbestand hat.

Ob Löwe "Cecil" oder "Mia und der weiße Löwe": Die Bejagung von Löwen löst oft kontroverse Diskussionen um die Jagd und ihren Einfluss auf Wildbestände aus. Doch diese von hoher Emotionalität getriebenen Diskussionen tragen den Menschen, die mit Löwen oder anderen Großraubtieren leben müssen, selten Rechnung. Dr. Chris Brown, Geschäftsführer der Namibischen Umweltkammer und langjähriger Experte im Umgang mit Wildtieren, fordert eine Rückkehr zu mehr Pragmatismus. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) klären mit dem Nichtjäger und Artenschützer Dr. Brown die Frage, wie sich realer Löwenschutz und nachhaltige Jagd ergänzen.

CIC/DJV: Dr. Brown, spricht aus Ihrer Sicht etwas gegen die nachhaltige Nutzung von Löwen?

Dr. Chris Brown: Namibia beherbergt aktuell einen Bestand von ungefähr 800 Löwen. Zwischen 450 und 500 Löwen leben im Etosha Nationalpark. Damit ist die Menge an Löwen, die Etosha verträgt, erreicht. Auch die anderen Nationalparke wie Bwabwata, Khaudum, die Skelettküste, Mudumu oder Nkasa Rupara haben Löwen, der Überschuss in Etosha ist also ein nationaler Überschuss. Wir haben keinen Platz mehr um sie umzusiedeln. Zirka 40 bis 60 Junglöwen wandern jährlich aus dem Park ab und suchen sich neue Territorien. Diese Territorien liegen üblicherweise auf privatem oder kommunalen Farmland. Damit sind Konflikte vorprogrammiert: Viehzucht und Löwen sind nicht kompatibel. Wenn Situationen entstehen, in denen Löwenbestände auf ein kritisches Niveau anwachsen und die Zahl ihrer natürlichen Beutetiere beispielsweise durch Dürre sinkt, dann wenden sich Löwen dem Vieh zu und die lokalen Kommunen sind verständlicherweise aufgebracht. Sie wollen Maßnahmen zum Schutz ihres Viehs sehen oder sie nehmen die Dinge selber in die Hand. Sie schießen oder legen vergiftete Köder aus um die Löwen loszuwerden. Werden aber einzelne Löwen zum Schutz von Vieh im Zuge regulierter Jagd erlegt, erfolgt das selektiv und hat auf den Gesamtbestand keinen Einfluss. Aus Naturschutz-Sicht gibt es keinen guten Grund, warum Löwenbestände nicht wie anderes Wild auch reduziert oder bewirtschaftet werden sollten. Der Realität von Menschen, die mit Löwen leben, muss man Rechnung tragen.

Was hat Wildtierbewirtschaftung mit Löwenschutz zu tun?

Löwenpopulationen schwanken stark, denn sie sind abhängig von ihrer Beute, deren Bestände an Regenzyklen gekoppelt sind. Praktischer Löwenschutz besteht also primär darin, dass genug Beute vorgehalten wird. Das Leben der Farmer, die von Viehhaltung leben, wird wegen sinkender Rindfleischpreise, Verbuschung, schlechter Regenjahre immer schwieriger: immer mehr Farmer entscheiden sich deswegen, Viehhaltung zumindest mit Wildtierbewirtschaftung zu kombinieren. Das wiederum bedeutet mehr natürliche Beute für den Löwen. Er wird neben Leopard und Gepard zum Profiteur einer wechselnden Landnutzungsform. Bei der Wildtierbewirtschaftung ist der benachbarte Nationalpark plötzlich kein Feind mehr, dem die Raubtiere entlaufen, sondern er wird zum Freund, der Vermarktungsmöglichkeiten eröffnet: Jagd, Tourismus bis hin zur Lebendvermarktung überzähliger, wertvoller Wildtiere. Die Jagd in Namibia entnimmt weniger als 1 Prozent des gesamten Wildtierbestandes - bei jährlichen Zuwächsen von 35 Prozent je nach Wildart. Unser Wildtiermanagement muss sich auf Grundlage von Regenfällen und Vegetationszustand ausrichten, eine Nichtkontrolle der Wildbestände würde zu langfristigen Schäden an der Vegetation führen. Damit bleibt für alle genug: Fotomotive für den Tourismus, Fleisch für die Eigennutzung und zum Verkauf, Trophäen für die Gastjäger und in einigen Gebieten Beute für den Löwen und andere Raubtiere.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Herausforderungen im Löwenschutz in Namibia?

Außerhalb von Etosha lebt eine schwankende Löwenpopulation in der Region Kunene, deren Bestand seit den 1980er Jahren von 20, 30 Tieren auf etwa 140 Tiere angewachsen ist. Diese an die Wüste angepassten Löwen sind aus ökologischer, wissenschaftlicher und naturschützerischer Sicht faszinierend. Sie haben einen hohen touristischen Wert, der in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Für das langfristige Überleben dieser Population ist es wichtig, dass der Korridor für den genetischen Austausch mit den Etosha-Löwen offen bleibt. In Dürrezeiten, wie wir sie derzeit erleben, sinkt die Anzahl von potenziellem Beutewild deutlich. Die Löwenpopulation nimmt dann auch ab, entweder durch Verhungern oder durch Verfolgung durch Bauern, wenn Nutz- und Haustiere zur Beute werden. Die Populationsdynamik von Löwen ist darauf eingestellt, schnell auf diese Boom-and-Bust-Situationen zu reagieren. Löwen können sich unter guten Bedingungen sehr schnell vermehren und ihre Population kann in einigen Jahren wieder zunehmen. Die Schwankungen der Löwenpopulation ist daher an sich kein Grund zur Sorge. Damit die Löwen der Kunene-Skelettküste jedoch trotz diese Zyklen überleben können, müssen sie die Verbindung zur Etosha-Population halten. Dazu muss aber die Toleranz der Farmer für eine gewisse Zahl an Löwen erhalten bleiben.

Wie kann das gelingen?

Das gelingt uns nur, wenn wir akzeptieren, dass die Koexistenz mit Löwen für die Menschen eine echte Herausforderung darstellt und wir dafür sorgen, dass Nutz- und Haustierrisse auf ein Minimum reduziert werden. Nutztierrisse müssen anerkannt werden, die Halter müssen unterstützt Dr. Chris Brown Portraitwerden und es müssen Mechanismen entwickelt werden, um Tiere besser zu schützen. Es müssen Frühwarnsysteme für Löwen in der Region etabliert und Kosten ausgeglichen werden. Zudem bieten Wildtiere den Landbesitzern und Pächtern eine bessere Rendite als Nutztiere, zumal die Trockenheit durch den Klimawandel immer gravierender wird. Dies erfordert parallele Ansätze: Erstens, den Schutz des Viehbestands vor Löwenraub durch den Bau stabiler Pferche für die nächtliche Unterbringung zu unterstützen, und zweitens, Einkommen aus Löwen zu generieren, damit die Bauern einen Wert darin sehen, diese Großraubtiere auf ihrem Land zu dulden. Sowohl der Tourismus als auch die Jagd schaffen Einkommen für die lokalen Gemeinschaften, während die Jagd die zusätzliche Rolle spielt, die Löwenpopulationen auf einem Niveau zu halten, das von den Bauern toleriert werden kann, und die Entnahme von Problemlöwen, die sich auf Vieh spezialisiert haben. Einnahmen, die aus der Wildtierbewirtschaftung entstehen, müssen an die Farmer gehen, die das größte Risiko tragen. Sie müssen ihre Verluste ausgleichen können. 

Was sagen Sie den Menschen, die beispielsweise empört über den Tod von Cecil sind?

Ein integriertes Tier- und Wildmanagement erfordert ein Verständnis der Ökologie und der evolutionären Bedingungen. Die meisten Menschen, die in städtischen Umgebungen leben und sich über die Reduktion eines Löwenbestandes oder die Erlegung eines einzelnen "Cecil" empören, verstehen diese Bedingungen nicht. Diese Bedingungen werden auch von einigen Möchtegern-Naturschutzorganisationen, die sich selbst als Meister des Löwenschutzes darstellen, nicht verstanden. Das mag für die populistische Social-Media-Mühle gut sein, aber es ist nicht gut für den langfristigen Löwenschutz.

Der Kinofilm "Mia und der weiße Löwe" spielt im Umfeld der Löwenzucht in Südafrika. Diese stellt einen boomenden Wirtschaftszweig dar. Touristen können sich auf Farmen mit zahmen Großkatzen fotografieren lassen. Werden die Löwen zu alt, werden sie geschlachtet und ihre Knochen nach Asien verkauft. Sie werden aber auch von zahlungskräftigen Interessierten geschossen und als Trophäe ausgeführt. CIC und DJV lehnen diese Praxis ab und verweisen auf die eigentlichen Gefahren für die Großkatzen.

Seit Ende Januar läuft der Film "Mia und der weiße Löwe" in deutschen Kinos. Der Film spielt im Umfeld von südafrikanischen Farmen, die Löwen züchten. Touristen können sich dort mit Löwen fotografieren lassen oder gar mit ihnen spazieren gehen. Später werden die Tiere geschlachtet und vermarktet, die Knochen gelten in Asien als Heilmittel. Einige zahme Löwen werden zum Abschuss in speziellen Gattern gehalten, vor allem Touristen aus Asien und den USA  wollen diese "Jagdtrophäen" exportieren. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) distanzieren sich von diesem sogenannten "Canned Lion Shooting" und betonen, dass nachhaltige Jagd keinen negativen Einfluss auf Löwen in Afrika hat. "Unter nachhaltiger Jagd im Ausland verstehen wir die regulierte Jagd auf freilebendes Wild in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet", so Hannes Siege, Vorstandsmitglied der deutschen CIC-Delegation.

Einige Filmkritiker behaupten jetzt, dass die Population des Löwen in Afrika Übergriffe von Löwen auf Haus- und Nutztiere oder gar Menschen führen zur Verfolgung der Großkatze durch die lokale Bevölkerung. Oft werden Giftköder ausgelegt.durch Trophäenjagd stark bedroht wäre. "Das ist grundfalsch. Wilderei und Lebensraumverlust sind die großen Gefahren", so Dr. Wolfgang Bethe, DJV-Vizepräsident. Zudem vergifte die lokale Bevölkerung aus Verzweiflung Löwen, wenn diese Vieh oder Menschen angriffen. In Gebieten, in denen kontrolliert gejagt wird, sind die Bestände der Großkatzen wie Löwe oder Leopard in der Regel stabil oder nehmen zu. Ein Beispiel hierfür ist die Bubye Valley-Schutzgemeinschaft in Simbabwe: 1999 wurden in der Schutzgemeinschaft 13 Löwen gezielt ausgewildert, da die Großkatze als wichtiger Regulator gesunder Wildbestände fehlte. Die ehemalige Rinderfarm ist mit 3.740 Quadratkilometern größer als Luxemburg und heute Heimat von 400 Löwen - das größte freilebende Vorkommen Simbabwes. Das sind 20 Prozent der gesamten Löwenpopulation des Landes. Die Schutzgemeinschaft finanziert sich in erster Linie aus Einnahmen aus der Jagd. 

Insgesamt 197 Trophäen sogenannter CITES-Arten wurden 2018 nach Deutschland importiert. Die deutsche Tierrechtsszene spricht von "Ausrottung mit behördlicher Genehmigung". DJV und CIC weisen darauf hin, dass die Einfuhr dieser Jagdtrophäen streng reglementiert ist und Einnahmen aus nachhaltiger Jagd dem Artenschutz dienen.

Seit Jahren stellt die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke (B90/Grüne) bei der Bundesregierung die gleiche schriftliche Anfrage, wie viele Jagdtrophäen eingeführt werden. Für 2018 hat Bundesamt für Naturschutz (BfN) 197 Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen von Tieren erteilt, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen. Die deutsche Tierrechtsszene nimmt die Zahlen alljährlich zum Anlass, Beschränkungen und Verbote für die Einfuhr legaler Trophäen aus nachhaltiger und regulierter Jagd zu fordern. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) weisen darauf hin, dass solche Forderungen kontraproduktiv für den Erhalt vieler gefährdeter Wildarten sind und die Einfuhr von Jagdtrophäen von Tieren, die dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterliegen, streng reglementiert ist.

Ersetzt Fototourismus nachhaltige Jagd?

Dr. Dietrich Jelden, ehemaliger Leiter der Abteilung Artenschutzvollzug im BfN, sagte gegenüber CIC und DJV zur Genehmigungspraxis der Fachbehörde: "Erfolgt eine Genehmigung, dann ist diese Garant dafür, dass die Bejagung einer bestimmten Wildart im Herkunftsland den CITES-Vereinbarungen entspricht und damit nicht nur völlig legal sondern auch nachhaltig geschieht. Zudem ist die Zahl erteilter Genehmigungen nicht gleichbedeutend der Zahl legal erlegter Tiere: Sie umfasst oftmals mehrere Teile ein und des selben Tieres." CITES steht für "Convention on International Trade in Endangered Species". Auch die Weltnaturschutzunion IUCN verweist ausdrücklich auf den Stellenwert nachhaltig durchgeführter Jagd und stellt klar, dass die Aussage, wonach Trophäenjagd einfach durch Fototourismus ersetzt werden könnte, nicht richtig ist. Fototourismus ist in weiten Teilen der Reiseländer gar nicht darstellbar, da die hierfür nötige Infrastruktur fehlt. Ihre Bereitstellung würde einen hohen finanziellen Einsatz und massive Auswirkungen auf die Umwelt bedeuten - durch den Bau von Straßen, Hotelanlagen und der Zunahme von Müll.

"Nachhaltiger Jagdtourismus, gut gemanagt und kontrolliert, ist außerhalb von Nationalparken die wichtigste Einnahmequelle. Sein ökologischer Fußabdruck ist vergleichsweise gering", sagte Gerald Bigurube, ehemaliger Leiter der tansanischen Nationalparkbehörde TANAPA anlässlich eines CIC-Interviews mit Dr. Rolf Baldus. Für erfolgreichen Fototourismus sind extrem hohe Wildtierdichten notwendig - das führt außerhalb touristischer Ziele unweigerlich zu Konfliktsituationen zwischen Menschen und Wildtier, etwa Löwe oder Elefant. Aktuell erwägt beispielsweise Botswana aus diesem Grund die Aufhebung eines seit 2014 bestehenden Jagdverbotes.

Löwe, Elefant und Nashorn profitieren von Jagd-Einnahmen

In Ländern mit nachhaltigem Jagdmanagement wachsen die Bestände ikonischer Arten wie Löwe, Elefant oder Nashorn oder sind auf hohem Niveau stabil. Wild erhält durch Gastjäger einen Wert für die lokale Bevölkerung. Die Menschen vor Ort sehen in diesen Tieren sonst Konkurrenten um Weideland oder eine Gefahr für ihr Vieh oder das eigene Leben. "Wildbret aus regulierter Jagd stellt für große Teile der afrikanischen Bevölkerung eine hoch geschätzte und oftmals die einzige legale Fleischquelle dar. Das erlegte Wild wird vollumfänglich genutzt und findet sich auch in den Restaurants der Touristen. Ein Steak vom wilden Oryx ist aus ökologischer Sicht um einiges nachhaltiger als ein Rindersteak und trägt gleichzeitig noch zum Schutz der heimischen Wildtiere und seiner Lebensräume bei", stellt Dr. Bethe, DJV-Vizepräsident, fest.

Erst 2017 erteilte das Bundesumweltministerium (BMU) Forderungen von Tierrechtsaktivisten eine klare Absage, wonach aus seiner Sicht pauschale Importbeschränkungen für Jagdtrophäen nicht zu rechtfertigen sind, da so viele gute Artenschutzprojekte gefährdet würden.

Ein seit 2014 in Botswana bestehendes Jagdverbot steht aktuell auf dem Prüfstand. Unter Jagdgegnern ist die Empörung über ein Weißbuch der Regierung Botswanas groß: Es befürwortet eine Aufhebung des Jagdverbotes als Baustein eines künftigen Elefantenmanagements. Ausufernde Konflikte zwischen Menschen und Elefanten zwingen die Regierung zum Handeln. CIC und DJV fordern mehr Verständnis für Menschen, die tagtäglich mit Mensch-Tierkonflikten umgehen müssen.

Eine Task Force hat im Auftrag der Regierung Botswanas ein Weißbuch erarbeitet, das unter anderem Vorschläge für das künftige Elefantenmanagement im Land macht. Die Arbeitsgruppe schlägt Botswanas Präsident Masisi vor, das Jagdverbot von 2014 auf öffentlichem und kommunalen Land aufzuheben. Die Verbreitung von Elefanten sei zudem auf Schutzgebiete zu beschränken, und man solle sich auf eine Reduzierung der Konflikte zwischen Mensch und Elefant konzentrieren. Viele Kommentare in den sozialern Netzwerken zeigen, dass Bewohner Botswanas die Empfehlungen der Arbeitsgruppe  begrüßen. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern mehr Verständnis hierzulande für Menschen, die tagtäglich mit Mensch-Tier-Konflikten umgehen müssen.

"Botswana schlägt einen neuen Weg im Umgang mit seinen Wildtieren ein. Tierrechtler in Nordamerika und Europa meinen allerdings, es besser zu wissen. Ich schlage vor, dass wir aufhören zu urteilen und beginnen zuzuhören", sagt Dr. Wolfgang Bethe, DJV- Vizepräsident. Botswanas Präsident Masisi bot an 200 Elefanten zur Verfügung zu stellen und adressierte an westliche Kritiker: "Holen Sie sie ab. Und wenn sie gelernt haben, wozu diese Tiere fähig sind, können wir vielleicht reden." Seit Februar 2018 kamen in Botswana 14 Personen durch Elefanten ums Leben. Bauern verlieren ihre Jahresernte in wenigen Nächten und kommen dadurch in existenzbedrohende Situationen. Das Land beherbergt weltweit die größte Elefantenpopulation.

Ein Baustein künftigen Elefantenmanagements ist die Aufhebung des Jagdverbotes . "Wenig bekannt ist, dass das Jagdverbot nie vom Parlament ratifiziert wurde", so Dr. Wilhelm von Trott, Leiter der deutschen CIC-Delegation. Eine wissenschaftliche Bewertung der Situation und eine Konsultation der betroffenen Bevölkerung hatte es unter der Vorgängerregierung unter Ex-Präsident Khama nicht gegeben. Die Einsetzung der Arbeitsgruppe durch den neuen Präsidenten Masisi hat dies nachgeholt.

Das Jagdverbot hatte weitreichende Folgen für Leben und Einkommen der lokalen Bevölkerung: Alleine die Conservancies (gemeindebasierte Schutzgemeinschaften) im Okavango verloren durch das Jagdverbot Einnahmen in Höhe von über 16 Millionen Euro und 200 Arbeitsplätze. Fototourismus konnte diese Verluste nicht auffangen. Fleisch aus nachhaltiger Jagd war die einzige zuverlässige Proteinquelle, da Viehzucht in Gebieten mit vielen Raubtieren praktisch unmöglich ist. Dörfer liegen oft Stunden von den nächsten Städten entfernt, in denen Fleisch verkauft wird.

Die Tierrechtsszene fordert aktuell Jagdverbote oder Importbeschränkungen für Jagdtrophäen. Durch fragwürdige Petitionen werden erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategien von Entwicklungsländern unter Beteiligung regulierter Jagd in Misskredit gebracht. CIC und DJV verweisen auf die Bedeutung der Jagd für den internationalen Artenschutz.

Die Tierrechtsszene streut aktuell Falschinformationen zur Trophäenjagd, um Petitionen für Jagdverbote oder für Importbeschränkungen von Jagdtrophäen aus dem Ausland zu befeuern. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) rufen zur faktenbasierten Diskussion auf und verweisen auf die Bedeutung der Auslandsjagd für Artenschutz und die Bevölkerung vor Ort.

"Jagdverbote haben beispielsweise in Kenia dazu geführt, dass peaktisch jedes Wildvorkommen außerhalb von Nationalparken erloschen ist. In Ländern mit nachhaltigem Jagdmanagement wie beispielsweise Namibia wachsen die Bestände ikonischer Arten wie Löwe, Elefant oder Nashorn oder sind auf hohem Niveau stabil", so Dr. Wilhelm von Trott, Leiter der deutschen Delegation des CIC. Der Zuwachs an lokalen Schutzgemeinschaften (Conservancies) in Namibia, die bis zu 100 Prozent ihres Einkommens aus nachhaltiger Jagd generieren, hat es ermöglicht, dass die Elefantenpopulation von 7.500 im Jahr 1995 auf heute mehr als 22.000 Exemplare anwachsen konnte. 

Pohamba Shifeta, Umweltminister Namibias, adressierte anlässlich der Generalversammlung des namibischen Jagdverbandes (NAPHA) im November 2018 direkt an die Tierrechtler: „Unser erfolgreiches Schutzprogramm, das gemäß unserer Verfassung auf einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen basiert, wird von Tierrechtsaktivisten angegriffen. Unser Programm fördert den Schutz und sichert gleichzeitig einen greifbaren Nutzen für unsere lokalen Gemeinschaften, die mit Wildtieren leben müssen."

Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) stellte 2016 fest, dass eine beträchtliche Anzahl indigener und örtlicher Kommunen die Jagd selbstbestimmt nutzt um Anreize für den Wildtierschutz und Einnahmen zu schaffen."Ich warne vor populistischer Einmischung in das nachhaltige Wildmanagement souveräner Staaten. Bei unseren afrikanischen Partnern entsteht hier schnell der Eindruck neokolonialistischer Bestrebungen aus Europa", sagt DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Eine Konferenz afrikanischer Staaten im Frühjahr 2018 forderte vom EU-Parlament, ihnen selbst die Verantwortung und Entscheidung über den nachhaltigen Umgang mit ihren Wildtieren zuzugestehen. Forderungen nach Import- oder Jagdverboten diskriminieren damit bewusst das völkerrechtlich verbriefte Menschenrecht auf Selbstbestimmung ohne realistische Alternativen zu bieten. 

Erst 2017 erteilte das Bundesumweltministerium (BMU) einer Petition von Tierrechtsaktivisten eine klare Absage, wonach aus seiner Sicht pauschale Importbeschränkungen für Jagdtrophäen nicht zu rechtfertigen sind, da so viele gute Artenschutzprojekte gefährdet würden.

Weiterführende Informationen: 

Statement des namibischen Umwelt- und Tourismusministers Pohamba Shifeta.

Hintergrundpapier des Bundesumweltministeriums zur Trophäenjagd.

Faktenblatt der Weltnaturschutzunion IUCN zur Trophäenjagd.

 

Ein amerikanischer Jäger hat legal eine seltene Schraubenziege in Pakistan erlegt. Der Aufschrei von Tierrechtlern war groß. CIC und DJV fordern mehr Sachlichkeit: Dank Jagd haben die Bestände um das 70-fache in 30 Jahren zugenommen. Von Einnahmen aus Jagdlizenzen profitieren weitere seltene Arten wie Schneeleopard sowie die Bevölkerung.

Ein US-Amerikanischer Jäger hat kürzlich in Pakistan anlässlich einer kontrollierten Jagd eine seltene Schraubenziege (Markhor) für 100.000 Dollar erlegt. Der Aufschrei in den Medien war groß, Tierrechtler bezeichneten die Erlegung als "Schande". Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern eine sachliche Bewertung der Situation: Die Einnahmen aus der streng reglementierten nachhaltigen Jagd auf die Schraubenziege haben überhaupt erst deren Wiederansiedlung in weiten Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes ermöglicht. Lag der Bestand des Markhor Mitte der 1980er-Jahre bedingt durch massive Wilderei noch bei unter 100 Tieren, leben heute dank der Einnahmen aus der Jagd weit über 7.000 Schraubenziegen in Pakistan, so ein IUCN- Spezialist. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Markhor in der Roten Liste der IUCN seit 2015 nicht mehr als "bedrohte Art" geführt wird.

Die Einnahmen aus dem Verkauf limitierter Lizenzen fließen direkt in die Schutzgebiete, in denen die Wildziegen vorkommen. Die Abschusslizenzen werden nach sorgfältiger Prüfung durch Artenschutzexperten vergeben. In den Pakistanischen Markhorgebieten ist die Wilderei drastisch zurückgegangen, die Bestände nehmen stetig zu. "Die lizensierte Erlegung von vier Markhoren pro Jahr hat keinerlei Auswirkung auf die Bestandsentwicklung. Die Einnahmen aus den Lizenzen aber dienen der Finanzierung von Wildhütern, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Kompensationszahlungen. Letztere sind wichtig, um die Weidetierhaltung vor Ort zu reduzieren, da Wildziegen als Konkurrenz angesehen werden", sagt Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter des deutschen Delegation des CIC. In einer 2016 von der IUCN herausgegebenen Informationsbroschüre wird die Jagd auf Markhor und Urial, ein ehemals gefährdetes Wildschaf, als positives Fallbeispiel gelistet - positiv für den Artenschutz und den Lebensunterhalt der lokalen Bevölkerung einer finanzschwachen Region.

"Die Landstriche, in denen Gäste unter Aufsicht jagen, eignen sich oftmals nicht für andere Formen des Tourismus. Sie sind unerschlossen und kaum zugänglich. Ohne die Einnahmen aus nachhaltiger und gut gemanagter Jagd, müssten sich die Bewohner der Berge Pakistans andere Einkommensquellen erschließen. Das bedeutet zwangsläufig einen Schritt zurück zu mehr Viehhaltung und Wilderei", so DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Durch Jagdlizenzen finanzierte Schutzkonzepte haben einen weiteren, positiven Nebeneffekt: steigende Markhor-Bestände bedeuten mehr Beute für den stark bedrohten Schneeleoparden - seine Bestände nehmen ebenfalls zu.  

Weltweit existieren zahllose Beispiele, in denen Wildtiere und Menschen, die mit ihnen leben, von der Jagd direkt profitieren. Einnahmen aus lizensierter Jagd verleihen Wildtieren einen Wert, der zu ihrem und dem Schutz ihrer Lebensräume durch die lokale Bevölkerung führt. Der sogenannte "Markhor-Award", mit dem der CIC alljährlich besondere Artenschutzprojekte auszeichnet, trägt aus diesem Grund den Namen der asiatischen Wildziege.

Westliche Tier- und Naturschutzverbände verbreiten zum wiederholten Mal Unwahrheiten über legale Auslandsjagd und stellen sich damit gegen Artenschutz- und Anti-Wilderei-Konzepte in den Herkunftsländern. Die Forderung nach einem Einfuhrverbot von Trophäen bezeichnen afrikanische Umweltminister als „besonders schlimme Form des Neo-Kolonialismus“.

Gestern haben Tier- und Naturschutzverbände zum wiederholten Mal ein pauschales Importverbot von Jagdtrophäen „gefährdeter Arten“ gefordert und nach eigenen Angaben eine entsprechende Petition an Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt klar, dass es bereits heute selbstverständlich ist, dass bedrohte Arten nur dann bejagt und die Trophäen  ein- und ausgeführt werden dürfen, wenn eine solche nachhaltige Nutzung dem Erhalt der Art dient. Die Einzelheiten legen die CITES-Vertragsstaaten fest. Die EU hat weitergehende Vorschriften erlassen, um Nachhaltigkeit zu überprüfen. Der DJV begrüßt die Position des Bundesumweltministeriums, das heute die Petitionsforderung nach einem pauschalen Importstopp für Jagdtrophäen zurückwies, da dieser „aus Sicht des Naturschutzes nicht zu rechtfertigen“ ist.

Die Umweltminister zahlreicher afrikanischer Länder – darunter Südafrika, Namibia, Zimbabwe und Sambia – haben erst kürzlich das von westlichen Tier- und Naturschutzverbänden geforderte Importverbot von Trophäen aus nachhaltiger Jagd als „besonders schlimme Form des Neo-Kolonialismus“ bezeichnet. Sie machten deutlich, dass Erlöse aus der Auslandsjagd unverzichtbar für Artenschutz- und Anti-Wilderei-Projekte im südlichen Afrika sind. Umso verwerflicher ist es, dass nach dem Tod des Löwen Cecil über weltweite Anti-Jagd-Kampagnen Millionen Euro Spenden gesammelt wurden, die im Wesentlichen bei den Organisationen hängen bleiben und kaum vor Ort wirksamen Artenschutz finanzieren. Dies beklagte beispielsweise der Umweltminister von Simbabwe vor wenigen Wochen.

DJV und Internationaler Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) setzen sich gemeinsam mit den betroffenen afrikanischen Ländern für den Schutz der verbliebenen heimischen Wildtier-Populationen ein und haben sich zu einer nachhaltigen Jagd im Ausland positioniert. Für den Artenschutz ist eine vorsichtige, nachhaltige Nutzung bis heute ein wichtiges und wirksames Mittel, weil sie den Wildtieren einen Wert gibt und der örtlichen Bevölkerung vermittelt, dass der Schutz – und nicht die Bekämpfung – wilder Tiere auch in ihrem Sinne ist. Dies gilt insbesondere für Regionen, die für Tourismus unattraktiv sind. So werden Schäden an Weidevieh (etwa durch Löwen und andere Großräuber) und an landwirtschaftlichen Kulturen (etwa durch Elefanten und andere große Pflanzenfresser) häufig von den jeweiligen Regierungen durch die Einnahmen aus nachhaltiger Bejagung ausgeglichen. Andernfalls droht illegale Tötung, wie Botswana zeigt, wo Trophäenjagd seit drei Jahren verboten ist: Im Norden des Landes haben örtliche Landwirte allein in den vergangenen Monaten mehr als 60 Löwen vergiftet, weil die Schäden nicht mehr ausgeglichen werden.

„Wise use“ – die sinnvolle Nutzung von Wildtieren – ist seit langem weltweit von Jägern und bedeutenden Verbänden wie der Weltnaturschutzorganisation IUCN oder dem WWF (World Wide Fund for Nature) als Teil von Artenschutzkonzepten anerkannt.

Die 17. CITES-Weltkonferenz beginnt am kommenden Samstag. Die Delegierten beraten über den Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen. Der DJV fordert ein Bekenntnis zur nachhaltigen Auslandsjagd und warnt vor unnötiger EU-Bürokratie.

Ab kommenden Samstag findet in Johannesburg (Südafrika) die 17. Weltkonferenz des Abkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) statt. Diese Konvention, auch Washingtoner Artenschutzabkommen genannt, regelt den Handel mit bedrohten Pflanzen- und Tierarten. Auch die internationale Verbringung von Jagdtrophäen wird von CITES kontrolliert. "Grundsätzlich hat sich CITES bewährt. Wenn es das Abkommen nicht gäbe, dann müsste es erfunden werden" sagte Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV). "Allerdings ist wichtig, dass sich in Johannesburg diejenigen durchsetzen, die im Geiste der Konvention für eine sinnvolle Nutzung der Natur stehen. Internationaler Artenschutz geht nicht ohne nachhaltige Jagd."

Der DJV begrüßt, dass es in den letzten Jahren so gut wie keine Verstöße gegen CITES-Vorschriften gegeben hat, an denen deutsche Jäger beteiligt waren. Positiv bewertet der DJV, dass die Europäische Union die Bedeutung der nachhaltigen Jagd bei der Erhaltung des Wildes und seiner Lebensräume grundsätzlich anerkennt. Einige Vorschläge der EU zur Regelung der Jagd durch CITES sind allerdings so bürokratisch, dass sie in der Praxis den Jagdtourismus unnötig einschränken könnten. 

Jagdgegner missbrauchen die Weltkonferenzen regelmäßig, um für ideologisch begründete Handels- und Jagdverbote zu demonstrieren. Dafür werden erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt. Solche Aktionen widersprechen laut DJV dem Geist des Abkommens, das für eine nachhaltige Nutzung von Tieren und Pflanzen steht.

Zahlreiche Praxisbeispiele und wissenschaftliche Untersuchungen aus aller Welt belegen, dass durch den internationalen Jagdtourismus, den CITES regelt, Mittel für den Naturschutz erwirtschaftet werden. Auch die lokalen Landeigentümer profitieren davon. Dies sichert Wildbestände und Naturräume, die ansonsten durch intensive Nutzungsformen wie Viehhaltung bedroht wären.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen hat 182 Vertragsparteien, zumeist Staaten. Die Delegierten müssen in den nächsten Tagen über 62 Vorschläge abstimmen, die vorsehen, Handelskontrollen zu verringern oder - in den meisten Fällen - zu verschärfen. Außerdem nehmen zahlreiche Nichtregierungsorganisationen als Beobachter teil. Die Interessen der deutschen Jäger werden in Johannesburg von FACE,  dem Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, sowie dem Internationalen Jagdrat CIC vertreten. 

Hintergrund

Der CIC hat wichtige Resolutionen der Konferenz beurteilt und Empfehlungen abgegeben:

http://www.cic-wildlife.org/wp-content/uploads/2016/08/Position_paper_final.pdf

Eine Bewertung der FACE findet sich hier: http://www.face.eu/about-us/resources/news/hunters-at-the-worlds-largest-wildlife-trade-summit

Am Samstag, den 24.9.2016, um 17 Uhr wird der CIC in einer Pressekonferenz auf der Konferenz  afrikanischen Stimmen zur nachhaltigen Wildtiernutzung ein Forum bieten. Sie kann als Livestream oder danach als Video auf der Facebook-Seite des CIC verfolgt werden: https://www.facebook.com/cicwildlife/

Jagdkritische Parlamentarier hatten das Einfuhrverbot von legalen Jagdtrophäen in die EU gefordert und eine Erklärung ins EU-Parlament eingebracht. Der DJV hat alle deutschen MeP angeschrieben und sich für die nachhaltige Auslandsjagd stark gemacht - mit Erfolg! 80 Prozent der EU-Parlamentarier lehnten die Erklärung ab.

Mitte Januar 2016 brachte eine Gruppe von EU-Parlamentariern eine schriftliche Erklärung ein, die nur ein Ziel hatte: ein Komplettverbot der Einfuhr von legalen Jagdtrophäen aus Entwicklungsländern. Hätte die Mehrheit der Parlamentarier unterschrieben, wäre die Erklärung zur offiziellen Meinung des EU-Parlaments geworden. Doch zum Stichtag Anfang der Woche stand fest: 80 Prozent der Parlamentarier sind gegen ein Verbot.

Karl-Heinz Florenz, Präsident der parlamentarischen Intergruppe "Biodiversität, Jagd und ländlicher Raum" sagte dazu: "Die Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments ist nicht der Meinung, dass ein Einfuhrverbot der richtige Weg ist, um den Artenschutz voranzubringen. Wir erkennen ohne Wenn und Aber an, dass hier die einheimische Bevölkerung und die europäischen Jäger eine wichtige positive Rolle spielen."

In enger Abstimmung mit FACE, dem europäischen Dachverband der Jäger, hat der DJV im Vorfeld die über 90 deutschen Europaabgeordneten angeschrieben und scharf gegen die fehlerhafte Erklärung protestiert. Unter anderem enthielt das Papier die Behauptung, das Artensterben sei vor allem auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen. Die Trophäenjagd trage dazu bei, dass Arten mit Symbolcharakter ausstürben. Dass Einnahmen aus der Trophäenjagd dem Artenerhalt und ortsansässigen Gemeinschaften nutzten, hätten Wissenschaftlern widerlegt."

Der DJV machte in seinem Schreiben deutlich, dass die Abschaffung der Auslandsjagd zerstörerische Auswirkungen auf die Artenvielfalt hätte. Die Weltnaturschutzunion IUCN habe deshalb in den „Leitlinien für die Trophäenjagd als Instrument zur Schaffung von Anreizen für Naturschutz“ eindeutig dargelegt, dass die Auslandsjagd ein wichtiges, sinnvolles und positives Mittel für den Erhalt der Artenvielfalt sein kann. Diese Position hat die IUCN vor wenigen Tagen in einem 19-seitigen Dokument erneuert.

„Angesichts der derzeit kontroversen Diskussion zu Jagdtourismus in Politik und Öffentlichkeit ist das klare Bekenntnis der EU-Parlamentarier pro legaler Auslandsjagd sehr wichtig“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Er dankte FACE für die erfolgreiche Arbeit und begrüßte es ausdrücklich, das eine große Mehrheit im Parlament wissensbasiert gehandelt habe: Die Entscheidung für eine nachhaltige Jagd könne auch in Afrika oder Zentralasien wichtige Beiträge zum Naturschutz leisten, indem Wildtiere einen monetären Wert erhielten. Das schütze sie vor Wilderei und somit vor der Ausrottung, so Dr. Bethe. Im Brief an die EU-Abgeordneten führte der Dachverband der Jäger zahlreiche Studien an, die zeigen, wie Auslandsjagd zum Schutz der Megafauna beitragen kann.

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