(Quelle: Kauer/DJV)

Sicherheit ist bei der Jagd oberstes Gebot

26. August 2014 (ljv bw) Stuttgart

Jagdunfälle sind tragisch, aber äußerst selten

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(Quelle: djv)

In ihrer Ausbildung lernen Jäger vor allem eines: den sicheren Umgang mit ihrem „Arbeitswerkzeug“, den Schusswaffen. Strenge Sicherheitsvorschriften sind jederzeit zu beachten und schränken das Restrisiko ein. Trotzdem kommt es in seltenen Ausnahmen zu Verletzungen oder gar zu Todesfällen. Das Risiko ist aber im Vergleich zu anderen Betätigungen wie Autofahren, Bergsteigen oder sogar Hausputz um ein Vielfaches geringer, stellt der Landesjagdverband fest, bekräftigt aber: „Jeder Jagdunfall ist einer zu viel!“

In diesem wie im vergangenen Jahr weist die traurige Statistik je eine verletzte und eine getötete Person durch Jagdunfälle in Baden-Württemberg auf. Der Landesjagdverband nimmt diese Zahlen sehr ernst und appelliert an alle Jäger, stets alle verfügbaren Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit künftig in dieser Statistik eine glatte „Null“ steht. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, aber zugleich auch dem Jäger, der über diesen Unfall sicherlich verzweifelt ist“, heißt es heute in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes in Stuttgart.

Hintergrundinformation: Jagd und Sicherheit

Ein Jäger darf grundsätzlich nur schießen, wenn er das Tier „ansprechen“ kann. Das bedeutet: Der Jäger muss vor dem Schuss genau erkennen, welche Tierart welchen Geschlechts vor ihm steht. Zudem muss immer ein „Kugelfang“ vorhanden sein, also gewachsener Boden, der die Kugel „fängt“. Deshalb darf nie auf eine Hügelkuppe geschossen werden oder parallel zum Boden.

Bei der Jagd in Deutschland gibt es jährlich etwa 900 ernsthafte Verletzungen, die gemeldet werden. Dabei handelt es sich vornehmlich um Knochenbrüche und Stauchungen (unebener Boden, Gestrüpp) sowie um Verletzungen mit dem Messer (Ausnehmen der Wildtiere). Verletzungen mit Schusswaffen sind selten, allerdings erfasst das Statistische Bundesamt nicht explizit tödliche Jagdunfälle mit Jagdwaffen, sondern nur tödliche Unfälle mit Langwaffen. Bei etwa 6,4 Millionen legalen und geschätzten 20 bis 40 Millionen illegalen Waffen gab es laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) in Deutschland 2011 insgesamt 13 tödliche Unfälle mit Waffen. Jagdgegner allerdings wollen glauben machen, dass es jährlich über 40 Tote bei Jagdunfällen gebe. Da tödliche Unfälle mit Jagdwaffen in Deutschland offiziell nicht gesondert erfasst werden, hat der DJV dpa-Archive von 1998 bis 2011 ausgewertet und diese mit denen des Statistischen Bundesamtes verglichen. Fazit: Von den 13 tödlichen Unfällen im Jahr 2011 gehen drei auf die Jagd zurück.

Für die Jagd gelten strenge Sicherheitsvorschriften, die in den Unfallverhütungsvorschriften (UVV Jagd) geregelt sind. Dort steht beispielsweise, dass Jagdteilnehmer signalfarbene Kleidung bei Bewegungs jagden tragen sollen, dass die Waffe erst auf dem Hochsitz geladen werden darf, und dass nur geschossen werden darf, wenn das Ziel eindeutig erkennbar ist.

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