Endstation Urlaub

Schattenseite des Sommers: Mit der Ferienzeit werden jedes Jahr tausende Haustiere ausgesetzt. Leidtragende sind nicht nur Hund, Katze und Co., sondern auch heimische Wildtiere. Tierliebe ist nicht teilbar, meint der Deutsche Jagdverband und fordert zu verantwortungsbewussten Handeln auf. 

Mit der Ferienzeit werden jedes Jahr tausende Haustiere ausgesetzt.
Mit der Ferienzeit werden jedes Jahr tausende Haustiere ausgesetzt.

Zum Wochenende beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Aber nicht für alle. Besonders in den Sommermonaten landen Haustiere vermehrt im Tierheim oder auf der Straße. Bundesweit werden nach Angaben von Tierschützern jedes Jahr fast 70.000 Hunde, Katzen und vermehrt auch Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Ratten ausgesetzt. Allein das Tierheim Berlin hat im vergangenen Jahr über 1.500 Hunde aufgenommen, die gefunden oder sichergestellt wurden. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa zweieinhalb Millionen verwilderte streunende Hunde und Katzen.

Die Folgen dieser Aussetzwelle sind laut Deutschem Jagdverband (DJV) gleich doppelt dramatisch: Viele Haustiere verenden jämmerlich ohne Zuwendung und Pflege durch den Menschen. Andere wiederum passen sich an – zum Leidwesen der heimischen Tierwelt. Aus der Not heraus werden beispielsweise Stubentiger zu Raubkatzen und gehen auf die Jagd. DJV-Hochrechnungen auf Basis zahlreicher Studien belegen, dass verwilderte Hauskatzen in Deutschland mindestens 100 Millionen Vögel und 300 Millionen kleine Säugetiere pro Jahr erbeuten.

Urlaub fürs Haustier

Damit es erst gar nicht so weit kommt, appelliert der DJV an das Verantwortungsbewusstsein aller Tierhalter und rät, sich rechtzeitig um eine Urlaubsbetreuung zu kümmern. Eine gute Möglichkeit ist das Füttern und Versorgen des Tieres durch Menschen in der Nachbarschaft. Hierzu bietet beispielsweise das Tierheim Berlin über seine Website einen ganz besonderen Service an: die Tiersitter-Datenbank. Unter www.tierschutz-berlin.de können Tierfreunde über eine Suchfunktion Kontakt zu Tiersittern in ihrer Umgebung aufnehmen. Tierärzte und
-pensionen helfen bundesweit weiter, wenn es um die Suche nach einer geeigneten Unterkunft für Hund und Katze geht. Haustierbesitzer verstoßen übrigens gegen das geltende Tierschutzgesetz, wenn sie Goldfisch, Schnappschildkröte, Katze oder Hund einfach aussetzen.

Tier gefunden – was nun?

Wenn aus einem Pappkarton ein klägliches Miauen zu hören ist oder ein Hund stundenlang irgendwo alleine angebunden sitzt, dann benötigen diese Tiere Hilfe. Insbesondere bei sommerlichen Temperaturen ist schnelles Handeln erforderlich, da Hitzschlag oder schlimmstenfalls sogar der Hitzetod droht. Erste Ansprechpartner sind Polizei, Feuerwehr oder das örtliche Ordnungsamt. Alternativ kann das Fundtier auch im Tierheim abgegeben werden.