Tierischer Zebrastreifen über die Autobahn

Auf den Spuren von Hirsch, Haselmaus und Co.: Das Team der „Holsteiner Lebensraumkorridore“ lädt zu einer Entdeckertour rund um die Grünbrücke Kiebitzholm bei Bad Segeberg ein. Als einer von mehreren Projektpartnern hat der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) seit 2000 die Entwicklung des Konzeptes der Lebensraumkorridore vorangetrieben.

Im Rahmen des bundesweiten Wandertags zur Biologischen Vielfalt können drei Schulklassen auf der Grünbrücke erkunden, wie der Autoverkehr die Artenvielfalt gefährdet. Begleitet werden sie dabei von Experten des Wildparks Eekholt und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Schulklassen können sich noch bis zum 30. April beim Bundesamt für Naturschutz bewerben. Weitere Informationen finden Sie unter www.lebensraumkorridore.de

Ein Anlass für das Forschungsvorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore“ ist die zunehmende Verkehrsdichte, die Wildtiere wie beispielsweise den Rothirsch auf ihren natürlichen Wanderrouten stark einschränkt und damit auch die genetische Vielfalt. Zudem besteht eine erhöhte Wildwechselgefahr an Straßen. Nach den USA und China hat Deutschland eines der dichtesten Verkehrsnetze der Welt. Mit der Grünbrücke Kiebitzholm entstand ein Leuchtturmprojekt auf dem Gebiet der Wiedervernetzung von Lebensräumen. „Uralte Wanderrouten von Tieren wie dem Rothirsch müssen auch über Straßen hinweg erhalten bleiben. Nur die Vernetzung von Lebensräumen ermöglicht Tieren und Pflanzen langfristig das Überleben“, sagt Dr. Hinnerk-Baasch, Präsidiumsmitglied des DJV und Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein.