Reviergang im Frühling

Aus dem Winterschlaf erwachtIm Frühjahr entdeckt man duftendes grün am Waldrand: Buschwindröschen, Schlüsselblume und Veilchen. Die Blüten der Haselnuss, Weiden und des Schwarzdorns werden von den ersten Insekten angeflogen. Igel und Bilche sind aus dem Winterschlaf erwacht und Zugvögel wie die Waldschnepfe kommen zu ihren Brutgebieten zurück.

An einem Wildacker kann man Baumstämme sehen, an denen die Rinde abgescheuert ist, eine sogenannte Fegestelle: Hier hat der Rehbock den Bast, eine graue Geweih-Haut, abgescheuert. Diese Nährhaut lag um das neugebildete Gehörn und versorgte es mit Aufbaustoffen.

EichhörnchenIn einem Buchenaltwald entsteht Naturverjüngung. Überall stehen kleine Buchenpflanzen. Den Samen bringen zum Beispiel Wildschweine in die Erde, wenn sie im Waldboden nach Engerlingen und Mäusen wühlen. Oder auch Eichhörnchen, wenn sie ihren Wintervorrat verstecken.

Eine aufgeforstete Fläche zeigt, wie ein Wald entsteht. Möglicherweise müssen die jungen Triebe von den Jägern gegen Wildverbiss und Fegestellen geschützt werden.

Rotwildricke mit Kitz   Der Wald ist eine Kinderstube. Vielleicht ist eine Bache mit Frischlingen zu beobachten, oder eine Ricke mit Kitz. Aber Vorsicht! Jungtiere auf keinen Fall anfassen. Auch Füchse haben jetzt Junge. In den typischen Feldrevieren, wo auch Hasen, Rebhühner und andere Bodenbrüter zu Hause sind, können sie viel Schaden anrichten. Denn Füchse haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt, und sie fressen nun mal Junghasen oder Jungvögel. Außerdem sind Füchse Hauptüberträger der Tollwut und des Fuchsbandwurms.

Ein Hauberg (Niederwald) ist aus Stockausschlag gewachsen. Er wird im Umtrieb von 30 Jahren bewirtschaftet. Das Holz eignet sich nur als Brennholz.

Eine ganz alte Buche steht mitten im Hauberg: In dem nach einem Blitzeinschlag abgestorbenen Teil könnte sich die Kinderstube (Geheck) eines Baummarders verbergen, vielleicht sind dort auch Fledermäuse.

Einige grössere Fichten aus der Naturverjüngung sind stark von einem Rehbock befegt worden. Der Bock hinterlässt durch das Fegen eine Duftmarke aus einer Stirndrüse: Ein Zeichen für einen fremden Bock, dass dieser Revierteil besetzt ist.

An einem Wassertümpel, der vor einigen Jahren angelegt wurde, ist vielleicht gerade eine Stockente mit ihren Jungen zu beobachten.

In der jagdfreien Zeit im Frühjahr werden jagdliche Einrichtungen wie beispielsweise Hochsitze oder Pirschwege erneuert und überholt. Außerdem ist es eine gute Zeit, um Jagdhunde für ihre Aufgabe auszubilden. Auf Anfrage bringt der Jäger sicher gerne seinen Jagdhund mit, um Schülern zu zeigen, was so ein treuer Jagdbegleiter alles können muss.

Reviergang im Frühling

(Quelle: Rolfes/DJV)