Ralley

Bei der LON-Ralley geht es über Stock und Stein zur Naturerfahrung mit Lerneffekt.

Alle sind mit Spaß dabei (Quelle: Grimm/DJV)
Alle sind mit Spaß dabei (Quelle: Grimm/DJV)

Wenn an einem Tag mehrere Klassen – also 100 oder noch mehr Kinder – einen Erlebnistag im Wald verbringen wollen, dann empfiehlt sich die Organisation in Form einer Waldrallye. Ziel einer solchen Rallye ist es, das Wissen so zu vermitteln, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten umweltgerecht verhalten und zum Schutz der Natur beitragen können.

Die Teilnehmer werden bei einer Rallye gruppenweise auf einen Rundkurs ins Gelände geschickt und erhalten einen Laufzettel so wie Aufgabenblätter mit Fragen, deren Lösungen sie sich an verschiedenen Orten auf ihrem Weg erarbeiten müssen. Die gestellten Aufgaben sollen zum Beobachten, Erkennen und Handeln auffordern.

Damit die Waldlernrallye zu einem vollen Erfolg wird, haben wir die vier wichtigsten Grundregeln zusammengestellt:

1. Lernen mit Herz, Hand und Verstand
Beispiel: Sie möchten die Schüler mit der Douglasie bekannt machen. Fragen Sie nicht: “Wie heißt dieser Baum?” oder “Ist dieser Baum bei uns heimisch?” Die meisten Kinder- und Jugendlichen werden den Baum nicht kennen. Besser ist es, Informationen, die die Teilnehmer nicht haben, kurz zu geben: “Der Baum neben der Schutzhütte ist eine Douglasie, ein Nadelbaum aus Nordamerika, der vor der Eiszeit auch in Europa gewachsen ist.”

Folgende Aufgaben könnten dann gestellt werden:
“Zerreibt ein paar Nadeln zwischen den Fingern, wonach riechen sie?”
“Die Zapfen sehen anders aus als bei unserer heimischen Fichte, beschreibt den Unterschied.”
So erarbeiten sich die Schüler ihr Wissen selbst und können anschließend eine Douglasie von anderen Nadelbäumen unterscheiden.

Eine andere Aufgabe zum Thema Jagd könnte lauten: “Wenn ihr die Schneise 20 m weit in den Bestand geht seht ihr einen offenen Hochsitz, eine sogenannte Leiter. Zeichnet auf der Skizze ein, aus welcher Richtung der Wind kommt.”
“Nennt drei Möglichkeiten, um die Windrichtung zu prüfen.”
Nennt Gründe, warum der Hochsitz an dieser Stelle errichtet wurde? Untersucht dazu aufmerksam die Umgebung und achtet auch auf Fährten und Spuren.

2. Original statt Fälschung
Nutzen Sie die im Wald natürlich vorhandenen Möglichkeiten thematisch, wie zum Beispiel Tierspuren, Suhlen, kulturhistorische Besonderheiten, jagdliche Einrichtungen, besondere Bäume und Pflanzen am Wegesrand. Die Kinder und Jugendlichen sollen die Aufgaben nach Möglichkeit am Original lösen, dann können sie sich später an erlernte Zusammenhänge erinnern.

Beispiel:
Wir möchten Lebensspuren von Wildtieren vorstellen, dann könnte die Aufgabe lauten:
“Diesen Baum hat ein Tier bearbeitet, welches Tier hat hier seine Spuren hinterlassen? (Zum Beispiel Specht, Reh, Wildschwein.)
“Als was nutzt das Tier den Baum? (z.B. Wohnung, Nahrung, Körperpflege)

3. Weniger ist oft mehr
Bedenken Sie bei der Planung Ihrer Waldlernrallye auch die ökonomische Seite. Sie brauchen weniger Mitarbeiter, wenn alle Teilnehmer den Weg und die Aufgaben allein mit einem guten Laufzettel bewältigen können. Verzichten Sie deshalb auf Präparate, Schautafeln, Geräte, Tonbänder, Werkzeuge etc. Alle diese Dinge müssen beaufsichtigt werden. Nutzen Sie daher das als Lehrmittel, was sich draußen bietet, zum Beispiel:

  • Einen einzeln stehenden Baum, um das Verfahren der Höhenschätzung zu vermitteln.
  • Einen am Weg liegenden Stapel aus verschiedenen Baumstämmen, um den Aufbau des Holzes und die Unterschiede zwischen Holzarten erarbeiten zu lassen
  • Eine Schutzhütte oder einen Reitweg als Einstieg ins Thema “Die Funktion des Waldes als Rohstofflieferant, Erholungsraum und Sauerstoff-Produzent

Weitere Themen -Ideen erhalten Sie auch auf den Seiten der Rubrik “Revierbesuch”

4. Dabei sein ist alles
Eine Rallye sollte nicht als Wettbewerb oder Leistungstest ausgerichtet werden: Stattdessen lautet das Motto: “Dabei sein, Spaß haben und die Natur genießen”. Bei der Rallye wird das Lernen an sich belohnt. Wenn Preise zu vergeben sind, bietet sich eine Verlosung an. Oder aber jeder Teilnehmer darf sich am Schluss ein Holzmaidallon basteln und als Andenken mit nach Hause nehmen. Konkurrenzdenken soll nach Möglichkeit vermieden werden, damit sich die Teilnehmer in der Natur wirklich entspannen können.

Noch ein paar Tipps:

  • Zu Beginn der Rallye unbedingt die “fünf Waldgebote” besprechen.
  • Der Weg sollte ein Rundkurs von zwei bis vier Kilometern Länge sein.
  • Der Abstand der Gruppen kann rund 15 Minuten betragen. Die Gruppen sollten sich nach Möglichkeit nicht auf dem Rundkurs begegnen.
  • Die Stationen unterwegs am besten kennzeichnen (zum Beispiel durch farbiges Kreppband, Sprühfarbe etc.).
  • Dem Laufzettel wird ein Wegeplan mit eingezeichneten Stationen angeheftet. Mit Abbildungen und Skizzen lockert man diesen Zettel optisch auf