Jäger fordern persönliches Engagement von Ministerpräsidentin Kraft

Der Landesjagdverband NRW fordert Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf, die Ankündigungen ihrer SPD-Parteigenossen umzusetzen. Für die fünfte Regionalkonferenz kündigte der Verband ein Großaufgebot internationaler Interessensvertreter an. Neben dem europäischen Dachverband FACE werden auch Vertreter des weltweiten Verbandes CIC vertreten sein. Damit so viele Jägerinnen und Jäger wie möglich teilnehmen können, wurde die Veranstaltung in die Bielefelder Stadthalle verlegt.

LJV Nordrhein-Westfalen (Quelle: LJV NRW)
LJV Nordrhein-Westfalen (Quelle: LJV NRW)

Der Landesjagdverband hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aufgefordert, sich persönlich um das Landesjagdgesetz zu kümmern und bei dem Mitte November erwarteten Kabinettsentwurf für wesentliche Änderungen am Entwurf von Umweltminister Remmel (Grüne) zu sorgen. „Ein solches Engagement der Regierungschefin erwarten wir nach den Ankündigungen der SPD“, sagte Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes. 12.000 Jäger und Landleute hatten an den bisher vier Regionalkonferenzen des LJV teilgenommen und von SPD-Politikern die Zusage erhalten, dass sich am Remmel-Entwurf Erhebliches ändern werde. Dabei war auch deutlich geworden, dass es im Vorfeld zwischen den Koalitionspartnern keine klare Abstimmung gegeben hat.

Der Landesjagdverband und seine Partnerverbände des ländlichen Raumes mit insgesamt 500.000 Mitgliedern hatten sich mit Schreiben vom 15. Oktober an die Ministerpräsidentin gewandt und um ein Gespräch mit ihr über das Landesjagdgesetz gebeten. Am 4. November ging beim Landesjagdverband ein Schreiben von Frau Kraft ein, demzufolge sie unter Hinweis auf die Anhörung zum Gesetzentwurf jetzt mit Verbänden keine Gespräche führen möchte. „Ich hoffe, dass der Ministerpräsidentin die bereits herrschende Wut auf dem Lande über unfaire Vorschriften und immer neue Verbote hinreichend deutlich ist. Der Gesetzentwurf ist grüner Parteilobbyismus pur und hat mit seriöser Beteiligung der Hauptbetroffenen nichts zu tun“, sagte Müller-Schallenberg. Wenn es nicht rasch zu erheblichen Änderungen komme, werde sich der Widerstand gegen die Gesetzespläne erheblich verschärfen.

Die fünfte Protestkundgebung des Landesjagdverbandes unter dem Motto „Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“ wird am Dienstag, 18. November, ab 19 Uhr in Bielefeld stattfinden. Dort werden auch die Spitzenvertreter aller deutschen und europäischen Jagd- und anderer Landnutzerverbände erwartet. Weil auch hier mit starkem Andrang zu rechnen ist, hat der Landesjagdverband inzwischen den Veranstaltungsort gewechselt. Die Kundgebung mit Landtagsabgeordneten aller Parteien findet nicht in der zunächst gemieteten Oetker-Halle, sondern in der größeren Bielefelder Stadthalle statt.