Giraffe profitiert von regulierter Jagd

Mit Blick auf die Generalversammlung von CITES behaupten Tierrechtsorganisationen, Jagd trage zum Aussterben von Giraffen bei. CIC und DJV stellen klar, dass das Gegenteil der Fall ist: In Ländern mit regulierter Jagd nehmen die Bestände stetig zu.

Julian Fennessy, Giraffenspezialist der Weltnaturschutzunion IUCN: „Gründe für den Rückgang sind Fleischwilderei, Bürgerkriege und Lebensraumverlust.“ (Quelle: Abe Smit/CIC/DJV)
Julian Fennessy, Giraffenspezialist der Weltnaturschutzunion IUCN: „Gründe für den Rückgang sind Fleischwilderei, Bürgerkriege und Lebensraumverlust.“ (Quelle: Abe Smit/CIC/DJV)

Tierrechtsorganisationen behaupten derzeit medienwirksam, Jagd sei verantwortlich für den Rückgang von Giraffen in ganz Afrika. Sie wollen damit auf die 18. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) Einfluss nehmen, die Ende Mai in Asien stattfindet. Diese Falschinformation widerlegen der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd in Deutschland (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV): In den afrikanischen Ländern, die nachhaltige Jagd erlauben, haben sich die Bestände einiger Unterarten der Giraffe in 40 Jahren nahezu verdreifacht. In den meisten Ländern mit Jagdverbot hingegen gibt es immer weniger Giraffen.

„Wo Jagd möglich ist, steigt die Anzahl von Giraffen größtenteils. Das gilt beispielsweise auch für Elefant und Nashorn“, so Hannes Siege, im Vorstand des CIC Deutschland zuständig für die Auslandsjagd. Eine Bejagung von Giraffen ist nur in Namibia, Südafrika, Simbabwe und Teilen Sambias legal. Die Bestände der zwei dort hauptsächlich vorkommenden Unterarten der Giraffe haben seit den 1970er Jahren um bis zu 195 Prozent zugenommen.

Mit Ausnahme des Nigers verzeichnen die sechs ost- und zentralafrikanischen Antragsländer, die derzeit mehr Schutz der Giraffe durch CITES fordern, einen massiven Rückgang ihrer Giraffen. In diesen Ländern ist die Jagd verboten. „Gründe für den Rückgang sind Fleischwilderei, Bürgerkriege und Lebensraumverlust“, so Julian Fennessy. Er ist Giraffenspezialist der Weltnaturschutzunion IUCN, die sich gegen einen strengeren Schutz der Giraffe in Afrika ausspricht.

Ebenso wie IUCN kommt die Europäische Kommission in ihren Empfehlungen zum Schluss, dass die Kriterien zur Aufnahme von Giraffen in die CITES-Liste gegenwärtig nicht erfüllt werden. „Eine CITES-Listung bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern kann erfolgreiche Schutzprojekte und die Einkommenssituation der lokalen Bevölkerung gefährden. Lautstarke Rufe nach Jagdverbot helfen der Giraffe erwiesenermaßen nicht“, so Dr. Dirk-Henner Wellershoff, zuständiges DJV-Präsidiumsmitglied.