Fuchsjagd ist gut für die Artenvielfalt

Anlässlich des Bundesjägertages veröffentlicht der DJV ein Papier mit Fakten zur Fuchsjagd. Grundlage sind ein Dutzend aktuelle Veröffentlichungen. Tierschützer behaupten regelmäßig: Die Natur regelt sich selbst. Das Fazit von Wissenschaftlern: Fuchs, Waschbär und andere Raubsäuger haben einen negativen Einfluss auf bedrohte Arten, Jagd hilft.

Die Jagd auf Raubsäuger wie Fuchs, Marder oder Waschbär ist in Deutschland ein probates Mittel, um bedrohten Arten zu helfen. (Quelle: Rolfes/DJV)
Die Jagd auf Raubsäuger wie Fuchs, Marder oder Waschbär ist in Deutschland ein probates Mittel, um bedrohten Arten zu helfen. (Quelle: Rolfes/DJV)

Die Jagd auf Raubsäuger wie Fuchs, Marder oder Waschbär ist in Deutschland ein probates Mittel, um bedrohten Arten zu helfen. Anlässlich des Bundesjägertages hat der Deutsche Jagdverband (DJV) einen Faktencheck veröffentlicht und hierfür ein Dutzend relevante Studien mit Unterstützung von Wissenschaftlern ausgewertet. Fazit: Neben der Verbesserung von Lebensräumen ist die Jagd auf Raubsäuger eine wichtige Stellschraube, um bedrohten Arten zu helfen.  Insbesondere am Boden brütende Vögel verlieren zu viele Eier und Küken durch Prädation, wenn Fuchs, Marder, Marderhund, Mink oder Waschbär präsent sind.

„Schöner wohnen allein reicht nicht, wenn wir bedrohte Arten schützen wollen. Wir müssen die Zahl der Raubsäuger reduzieren“, sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer. Projekte wie das europaweit bedeutende „Wiesenbrüterschutz im Bremer Blockland“ zeigen dies eindrucksvoll: Seit 2014 hat sich dort die Anzahl der Wiesenbrüter mehr als verdoppelt - seitdem Füchse intensiv mit Lebendfallen bejagt wurden. 2018 gab es erstmals mehr als 500 Brutpaare. Besonders erfolgreich ist der Kiebitz mit 350 Brutpaaren. Eindrucksvoll ist die Entwicklung beim Großen Brachvogel: Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der brütenden Vogelpärchen von 10 auf 50 gestiegen.

„Die Natur regelt sich selbst“, behaupten Jagdgegner regelmäßig. Der Mensch hat allerdings zum Selbstschutz bereits massiv in die Natur eingegriffen und erfolgreich das tödliche Tollwut-Virus beim Fuchs bekämpft. In der Folge haben sich die Fuchsbestände in Deutschland seit den 1980er Jahren vervielfacht. Eine Selbstregulation der Fuchsbestände wurde erst ab einem unnatürlich hohen Vorkommen von 10 Tieren pro Quadratkilometern in der Stadt London nachgewiesen. Innerartlicher Stress sowie Krankheiten wie Räude und Staupe dezimieren dann die Bestände.

Die Geburtenrate bewegt sich wie bei anderen Säugetieren innerhalb einer genetisch vorgegebenen Bandbreite, eine Füchsin bringt durchschnittlich 4 bis 6 Welpen jährlich zur Welt. Entscheidend sind Nahrung und Gesundheitszustand - nicht die Jagd, wie Kritiker behaupten. In Mitteleuropa sind Jagd und der Straßenverkehr die hauptsächlichen Todesursachen für den Fuchs. Jagd kann also helfen, Bestände deutlich zu reduzieren - im Sinne des Artenschutzes.