Fuchs (Vulpes vulpes)

auch: Reineke, Rotrock

Der Rotfuchs ist bekannt wie kaum ein anderes Tier, seine sprichwörtliche List und Schläue wird in vielen Fabeln erzählt. Doch der Fuchs hat gelernt mit Vorsicht und Raffinesse dem Menschen direkt auszuweichen und doch eng mit ihm zusammen zu leben. In Großstädten auf der ganzen Welt lebt er auch inmitten urbaner Strukturen und zeigt dabei wie anpassungsfähig er ist.  

Rotfuchs (Quelle: Rolfes/DJV)
Rotfuchs (Quelle: Rolfes/DJV)

Kennzeichen

  • Verschiedene Farbvarianten von rotbraun bis schwarz.
  • buschiger, im Winter besonders dichter Schwanz (Lunte) mit weißer Spitze
  • Sommerbehaarung: kurz und stumpf, Winterfell: dick und glänzend.
  • Körperlänge: zwischen 60 und 90 cm
  • Gewicht: Rüde (Männchen) 5 bis 10 kg, Fähe (Weibchen) 4 bis 8 kg.

 

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • der Rotfuchs lebt im gesamten europäischen Raum sowie in Nordafrika und Nordamerika, eingeführt in vielen anderen Gebieten
  • Ist in allen Lebensräumen von der Meeresküste bis in die Wüstengebiete zu Hause.
  • Ordnung:  Raubsäuger (Carnivora)  Familie:  Hundeartige (Canidae)  Gattung: Vulpes

Lebensraum

  • Fuchs lebt im Wald, in landwirtschaftlich genutzten Flächen und in Ödländereien.
  • Er besiedelt in zunehmendem Maße auch städtische Bereiche
  • Der Fuchs gilt als typischer Kulturfolger, da er sich allen Lebensverhältnisse anzupassen vermag.

Nahrung

  • Beutefang bei Dämmerung oder bei Nacht.
  • Hauptbeute: Mäuse.
  • Daneben auch: Kaninchen, Jungwild wie Hasen, Rehkitze, Vogelgelege und Jungvögel, schleicht sich an oder springt an, hetzt auch.
  • Töten der Beute durch Genick- oder Kehlbiß, “totschütteln” wie beim Hund.
  • der Fuchs frißt auch Insekten, Heuschrecken, Käfer, Hausgeflügel, Obst und Wildfrüchte. Bei schlechten Nahrungsbedingungen auch Aas oder Hausmüll.
  • Er klettert gut und durchschwimmt Gewässer.

Sinnesleistungen und Lautäußerungen

  • Geruchs- und Gehörsinn hervorragend ausgebildet.
  • Auge reagiert auf Bewegung.
  • Rasches Reaktionsvermögen.
  • Gute Lernfähigkeit.
  • Das Bellen, ein leiser, fast heiserer Laut, erklingt im Herbst und Winter zur Paarungszeit.

Fortpflanzung und Lebensweise

  • Geschlechtsreife: mit 9 bis 10 Monaten.
  • Paarungszeit: Januar und Februar.
  • Aufzucht der Jungen: Nach einer Tragzeit von 51 bis 54 Tagen werden 1-10 Junge im März/April blind geboren und rund 24 Tage gesäugt. Erst dann erhalten sie feste Nahrung, die die Füchsin in den Bau schleppt.
  • Ab der 5. Woche verlassen die Jungen die Kinderstube und spielen vor dem Bau oder machen mit der Mutter Erkundungsausflüge. Im Juli/August löst sich der Familienverband auf. Die Jungfüchse werden selbständig und suchen sich ein eigenes Revier.
  • In freier Wildbahn werden Füchse 10 bis 12 Jahre alt. Der Fuchs lebt in einem Bau, den er sich häufiger mit dem Baumeister “Dachs” teilt. Auch alte Kaninchenbauten werden erweitert und bezogen.

Gefahren für den Fuchs

  • Natürliche Feinde wie Luchs, Wolf und Steinadler fehlen.
  • Empfindlich ist er gegen Nässe, Kälte und Infektionskrankheiten. Fast ein Drittel der Jungfüchse geht daran zugrunde. Hinzu kommen Parasiten.
  • Hauptfeind in den letzten Jahrzehnten vor dem Jahr 2000: die Tollwut
  • Tollwut ging in den 20er Jahren von Osteuropa aus.
  • Verbreitung in ganz Europa, außer Großbritannien.
  • Hauptüberträger der Tollwut: Fuchs.
  • Übertragung auf den Menschen meist durch Bißverletzung auch von Haustieren, Viren dringen in den Körper ein.
  • Inkubationszeit: 2 Wochen bis 6 Monate.
  • Symptome beim Menschen: Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit und Angstgefühle. Später treten erhöhter Speichelfluß Muskelkrämpfe, aggressive Anfälle und Herzlähmungen.
  • Tollwutkranke Wildtiere haben ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verloren und fliehen nicht, sondern suchen die Nähe des Menschen, beißen allerdings bei Berührung.
  • Die Tollwut wird in Europa erfolgreich durch die flächendeckende Köderimpfung bekämpft, die zu einer Immunisierung der Füchse führt.
  • Diese erfolgreiche Maßnahme hat auch Schattenseiten, der Fuchsbestand hat sich deutlich erhöht.
  • Eine weitere Gefahr für den Menschen geht vom kleinen Fuchsbandwurm aus. Deshalb empfiehlt sich als Vorsichtsmaßnahme, alle Beeren, Pilze oder sonstige am Boden wachsenden Früchte, gründlich zu waschen. Sie sollten vor dem Verzehr bis 60 Grad Celsius erhitzt werden, um eine mögliche Infektion mit dem Fuchsbandwurm zu vermeiden. Durch Einfrieren werden die Bandwurmeier nicht abgetötet.

Der Fuchs im Jagdgesetz

Das Bundesjagdgesetz erlaubt eine ganzjährige Bejagung des Rotfuchses, führende Elterntiere geniessen jedoch den Schutz nach § 22 (4) während der Aufzuchtszeit. Ist ein Geheck komplett erlegt, darf auch das zugehörige Elternpaar bejagt werden. Einzelne Bundesländer haben andere Jagdzeiten für den Fuchs festgelegt.

 

Quellen

  • Labhardt, F. (1996): Der Rotfuchs. Naturgeschichte, Ökologie und Verhalten dieses erstaunlichen Jagdwildes. Parey Verlag, Hamburg
  • MacDonald, D. (1993): Unter Füchsen – eine Verhaltensstudie. Knesebeck Verlag, München
  • MacDonald, D. (Hrsg.) 2004: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Könemann Verlag, Königswinter