Dasselfliegen

Es werden die Hautdasselfliege und die Rachenbremse unterschieden.

Hautdasselfliegen

Die 11 mm großen pelzig behaarten Dasselfliegen sind Parasiten der Säugetiere, besonders der Huftiere, die als erwachsene geschlechtsreife Fliegen im Früh- und Hochsommer schwärmen. In dieser Zeit legen die begatteten Weibchen ihre Eier ins Fell von Zwischenwirten; jede Art ist auf eine Wirtsart spezialisiert: z.B. legt Hypoderma diana ihre Eier im Fell von Rehwild ab. Nach einigen tagen schlüpfen aus diesen Eiern die Larven, die sich in die Haut des Wirtstieres bohren und dort wachsen. Ab Dezember/Januar sind am erlegten, abgezogenen Stück unter der Oberhaut deutlich die entzündeten, teilweise eitrigen Dasselbeulen zu sehen. Dieser Parasitenbefall beeinträchtigt das Allgemeinbefinden des befallenen Wildes, was sich auch im Gewichtsverlust bemerkbar macht und letztlich zu einer Wildbretminderung führt. Besonders auf der Fleischseite der Decke sind ebenso auch die zur Atmung genutzten Bohrgänge der Dassellarven zu erkennen, weshalb diese für eine Nutzung unbrauchbar ist. Nach Wachstum und zwei Häutungsstadien verlassen die jetzt 2,5cm langen Larven meist im April durch ihr Bohrloch den Wirtskörper, verpuppen sich am Boden und meist im Mai/Anfang Juni schlüpfen aus der Puppe die geschlechtsreifen Dasselfliegen. Die Weibchen der Gattung Hypoderma, die auch Rinder, Schafe und Pferde befällt, sind sofort nach dem Schlüpfen begattungsfähig und können dann nach 1 Stunde 500–600 Eier legen.

 

Rachenbremsen

Die Rachenbremsen (= Rachendasseln) ist eine hummelähnliche ca. 16 mm große Fliege, die in der Zeit von Juni bis August schwärmt. Während dieser Zeit legen die begatteten Weibchen ihre Larven im Nasenraum von Schalenwild ab; so z.B. Cephemonia stimulator im Nasenraum von Rehwild. Die etwa 1mm großen Larven wandern allmählich in den Nasenrachenraum, wo sie im Verlauf eines Jahres bis zu 3cm großen Larven heranwachsen. Durch diese Größenzunahme wird die Atmung des betroffenen Wildes beeinträchtigt; vor allem bei schnellen Bewegungen z.B. beim Flüchten kann dies das betroffene Individuum sehr behindern. Nach einem Jahr verlassen die Larven über die Nase ihren Wirt, fallen zu Boden und verpuppen sich. Nach 23 bis 42 Tagen schlüpfen aus diesen Puppen die erwachsenen Rachenbremsen, paaren sich und der Parasitenzyklus beginnt erneut.