„Saarlands Fuchsexperte Nr. 1“ hat sich getäuscht – Oder sollten andere getäuscht werden?

rwellingen

Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) hat die toten Füchse, die laut “Saarbrücker Zeitung” vom 17.05.2011 in einem Revier bei Saarlouis während der Schonzeit erlegt worden sein sollen, von der veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchen lassen.

Die ersten Ergebnisse liegen nun auch schriftlich vor. Danach weisen die drei toten Füchse keine Schussverletzungen auf! Der Kopf des einen Fuchswelpen wurde wahrscheinlich nach dem Tod abgetrennt, vermutlich von einem Tier.

Bei dem “erwachsenen Fuchs” handelt es sich auch nicht um eine Fähe, die Welpen aufgezogen hat, wie in den Raum gestellt wurde, sondern laut Untersuchungsergeb-nis war das Tier “jugendlich”, das Gesäuge war nicht angebildet!

Es ist also falsch, was sowohl auf der Homepage des “Fuchsexperten” Hartmann Jenal zu lesen war als auch von seinem Mentor und Unterstützer Staatssekretär Klaus Borger an die Presse gegeben wurde:

- Falsch ist, dass die drei aufgefundenen Füchse erschossen wurden. Richtig ist, dass die Todesursache (noch) unbekannt ist, Schussverletzungen aber nicht vorliegen.

- Falsch ist, dass es sich um eine Fähe mit ihren zwei Welpen gehandelt hat. Richtig ist, dass die Fähe nicht die Mutter der zwei Welpen sein kann, da sie noch nie Junge hatte. Weitere genetische Untersuchungen stehen noch aus.

- Falsch ist, dass die Fähe mit der Kugel und die Welpen mit Schrot “hingerichtet” wurden. Richtig ist, dass keine Schussverletzungen festgestellt wurden.

- Falsch ist, dass einem Welpen der Kopf abgeschossen wurde. Richtig ist, dass der Kopf vermutlich nach seinem Tod abgetrennt wurde.

- Falsch ist, dass die Polizei in Richtung des Jagdpächters ermittelt. Richtig ist, dass die Polizei gegen “Unbekannt” ermittelt und der Jagdpächter die Ermittlungen in jeglicher Hinsicht unterstützt.

- Falsch ist also, dass Jäger in einem Gemüsefeld bei Lisdorf mitten im Salat, der zum Verkauf bestimmt ist, Füchse in der Schonzeit erlegt haben, was in mehrfacher Hinsicht zu beanstanden und verurteilen wäre. Richtig scheint vielmehr unser Anfangsverdacht zu sein, dass hier eine Straftat vorgetäuscht wurde.

Dazu Landesjägermeister Andreas Schober: “Wir sehen unseren Anfangsverdacht bestätigt und haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet wegen Vortäuschung einer Straftat!”

Sehr bedauerlich ist, dass Herr Staatssekretär Borger über die “Saarbrücker Zeitung” vom 18.05.2011 “Bestürzung über diese Straftat gezeigt” hat, anstatt rechtsstaatli-chen Gepflogenheiten zu folgen und eine Unschuldsvermutung auszusprechen!

Wenn Herr Borger nicht gutheißen will, dass Tierschutz-Politik auf kriminelle Weise veranstaltet oder wenigstens unterstützt wird, sollte sich Herr Borger umgehend von solchen Leuten distanzieren und sie nicht mehr in das Kalkül seiner Politik einbe-ziehen!

Jedenfalls wird die polizeilichen Untersuchungen mit Sicherheit weiterbringen, dass im Magen des einen Fuchses Überreste von Fischen gefunden wurden, wie sie bei der Aufzucht von Füchsen durch Menschen verwendet werden.“

Hintergrund:

Das Umweltministerium hat gegen den Rat von Fachleuten und Praktikern letztes Jahr eine Schonzeit für Fuchswelpen eingeführt. Fuchsfähen, also das Muttertier zu schießen, war immer schon verboten. Dies macht kein Waidmann und es handelt sich dabei juristisch um eine Straftat. Dies wurde und wird von der VJS nicht geduldet.

Nach der Ideologie eines “saarländischen Fuchsexperten” verringert sich die Anzahl der Füchse, wenn sie von Jägern nicht mehr geschossen werden dürfen. Aktuelle Erfahrungen nicht nur von Jägern, sondern insbesondere von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, zeigen das Gegenteil.

Eine Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr un-terstützt die absurde Hypothese des “autochthonen Fuchssterbens”, indem oh-ne wissenschaftlichen oder auch nur erfahrungsgestützten Hintergrund behauptet wurde, die Fuchsdichte habe im Saarland abgenommen, im übrigen Bundesgebiet (natürlich) nicht, da es dort (noch) keine Fuchsschonzeit gibt!