
Im Herbst führt vor allem Liebe zu Verkehrsunfällen
Nasse Straßen, frühe Dunkelheit – und Hormone: Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle mit Wildschwein und Damhirsch drastisch an. Beide Arten haben jetzt Paarungszeit. Besonders oft kracht es von Oktober bis Dezember. Grundlage ist die Auswertung von über 100.000 Datensätzen aus 10 Jahren, gesammelt im Tierfund-Kataster. Um Zusammenstöße zu vermeiden, ruft der Deutsche Jagdverband (DJV) zu vorausschauender Fahrweise auf, besonders in der Dämmerung sowie in und entlang von Wäldern.
Wildschwein und Damhirsch im Herbst besonders aktiv
Unfälle mit Wildschweinen und Damhirschen werden überwiegend von Oktober bis Dezember gemeldet, besonders oft in den Morgenstunden. Grund dafür ist die Biologie der Arten: Es ist Paarungszeit und die Tiere legen auf der Suche nach Partnern weite Strecken zurück. Zudem suchen sie intensiv nach Futter für den Winterspeck und nach einem geeigneten Winterquartier. Über das gesamte Jahr gesehen ist das Reh mit 51 Prozent aller Meldungen im Tierfund-Kataster das häufigste Unfallopfer. Auf Platz 2 folgen Hase und Kaninchen mit 11 Prozent, auf Platz 3 der Fuchs mit 6 Prozent. Das Wildschwein liegt auf Platz 5.
Tempo drosseln rettet Leben
Der DJV ruft Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit auf: Vorausschauendes Fahren und weniger Tempo verhindern Zusammenstöße. Taucht ein Tier in 60 Meter Entfernung auf, kommt ein Auto bei Tempo 80 noch rechtzeitig zum Stehen. Wer hingegen mit Tempo 100 unterwegs ist, kracht mit über 60 Stundenkilometern in das Tier auf der Straße. Wie gefährlich das ist, zeigt ein Blick auf die Aufprallgewichte: Schon bei Tempo 60 wirkt die Kollision mit einem Wildschwein als würde sich ein 3,5 Tonnen schweres Nashorn unsanft auf die Motorhaube setzen. Der Damhirsch entspricht dann einem Nilpferd.




