
Enten und Fotos schießen für die Wissenschaft
Wie erfolgreich war die Brut der Stockenten in diesem Jahr? Entwickeln sich die Bestände stabil? Und wie lassen sich Jagdzeiten und nachhaltige Nutzung fachlich begleiten? Um diese Fragen zu beantworten, haben Jägerinnen und Jäger im vergangenen Jahr erlegte Stockenten für die Tierfund-Kataster-App des Deutschen Jagdverbands (DJV) fotografiert. Das Ergebnis: Rund 70 Prozent der über 400 erfassten Stockenten waren Jungvögel – ein Hinweis auf einen guten Bruterfolg im Vorjahr. Allerdings war der Anteil von adulten Weibchen vergleichsweise klein, was auf hohe Prädationsraten während der Brutzeit hindeutet. Werden solche Daten über viele Jahre hinweg erhoben, lassen sich Trends früh erkennen. Für die Wasserwildjagd bedeutet das: Die Jägerschaft kann eigene, wissenschaftlich nutzbare Informationen zur Bestandsentwicklung liefern – eine Grundlage für eine nachhaltige Jagd.
Jeder Datensatz hilft
Das Schwingenmonitoring ist ein Kooperationsprojekt des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein, der Landesjägerschaft Niedersachsen und der Justus-Liebig-Universität Gießen, finanziell gefördert vom Landesjagdverband Hessen und dem DJV. Christian Hertz-Kleptow vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein betont: „Die Beteiligung zeigt, dass Jägerinnen und Jäger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Wissen aktiv in ein modernes Wildtiermonitoring einzubringen. Jeder Datensatz hilft uns, die Entwicklung unserer Entenbestände besser zu verstehen.“ Hans Wörmcke, im DJV-Präsidium für Wasserwild zuständig, ergänzt: „Die Jägerschaft zeigt mit diesem Projekt eindrucksvoll, dass Praxis und moderne Wissenschaft keine Gegensätze sind. Wer eine Ente dokumentiert, liefert einen konkreten Beitrag für das zukünftige Management unserer Wasserwildarten.“
Vom erlegten Erpel zur wissenschaftlichen Datengrundlage
Über die Tierfund-Kataster-App können Jägerinnen und Jäger erlegte Stockenten mit wenigen standardisierten Fotos dokumentieren. Das ging im vergangenen Jagdjahr erstmals bundesweit. Anhand charakteristischer Gefiedermerkmale bestimmen Wissenschaftler dann Alter und Geschlecht der Enten. Für belastbare Zeitreihen braucht es nun eine jährliche Fortführung des Monitorings. Nur so lassen sich Veränderungen bei Bruterfolg und Bestandsentwicklung erkennen. Wichtig ist also, dass Jägerinnen und Jäger auch weiterhin ihre gesamte Strecke erfassen. Als nächster Schritt ist eine KI-gestützte Altersbestimmung über die Tierfund-Kataster-App geplant.
