(Quelle: Kauer/DJV)

Wende in der Wolfspolitik? AFN fordert konkrete Schritte für eine Bestandsregulierung

31. Juli 2023 (AFN) Berlin

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) fordert nach den Verlautbarungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des niedersächsischen Umweltministers Christian Meyer die zuständigen Bundesressorts auf, rechtliche Änderungen vorzunehmen, um zu einem aktiven Wolfsmanagement zu kommen.

Das AFN fordert die Bundespolitik auf, rechtliche Änderungen vorzunehmen, um zu einem aktiven Wolfsmanagement zu kommen.
Das AFN fordert die Bundespolitik auf, rechtliche Änderungen vorzunehmen, um zu einem aktiven Wolfsmanagement zu kommen. (Quelle: Rolfes/DJV)

Max v. Elverfeldt: „Wir begrüßen es als Landnutzerbündnis, wenn sich Europapolitiker und Landespolitiker mit dem Thema Wolfsmanagement beschäftigen. Dass Umweltminister Meyer als bisher strenger Wolfsschützer nun die Strategie, einzelne Problemwölfe mit Ausnahmegenehmigung abschießen zu dürfen, als gescheitert erklärt, bestätigt unsere Auffassung, wonach die bisherige „Lex Wolf“ im Bundesnaturschutzgesetz nicht ausreicht, um eine langfristige Koexistenz zwischen Mensch, Weidetieren und Wolf in Deutschland zu sichern. Dringend müssten nun die zuständigen Bundespolitiker tätig werden. Eine Initiative vonseiten der Ministerpräsidenten über die Befassung mit dem Thema auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz würde den Druck zusätzlich erhöhen und würde ebenfalls sehr begrüßt.“

Nach Meyer meldete sich gestern auch EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zu Wort. Sie fordert, den Schutzstatus für Wölfe europaweit abzusenken. Elverfeldt dazu: „Die Vorschläge von Frau von der Leyen gehen in die richtige Richtung. Ein niedrigerer EU-Schutzstatus beim Wolf ist auch nach Ansicht des AFN aufgrund der sehr guten Bestandsentwicklung gerechtfertigt und wird von uns unterstützt. Ob wir eine Bestandsregulierung beim Wolf zukünftig als „adaptives Wolfsmanagement“ (Meyer) bezeichnen oder ob wir es Entnahmemodell (AFN) nennen, ist letztlich nicht entscheidend. Wichtig ist, dass wir zu einer angepassten Regulierung kommen, die verschiedene Ebenen einbezieht und praxistauglich ist. Dabei sind die Belange des ländlichen Raums neben den naturschutzfachlichen Belangen zu berücksichtigen.“ Max v. Elverfeldt betont: „Wir stehen als AFN und Vertreter von nahezu 6 Millionen Landnutzern in Deutschland als Ansprechpartner für ein neuartiges Modell – gerne in Anlehnung an das von uns vorgeschlagene Entnahmemodell – zur Verfügung.“

Das AFN-Entnahmemodell findet sich in der Handlungsempfehlung „Wildtiermanagement Wolf“ unter folgendem Link: wbw-3teauflage-wolfsmanagement-26.01.2022.pdf (forum-na-tur.de)

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Wildtiermanagement Wolf Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft

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