Verschärfte Maßnahmen gegen Afrikanische Schweinepest | Deutscher Jagdverband

Verschärfte Maßnahmen gegen Afrikanische Schweinepest

Die Behörden in Tschechien haben mit dem Bau eines kilometerlangen Elektrozauns begonnen, um die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Afrikanischen Schweinepest unter Wildschweinen zu verhindern. Außerdem wird das Infektionsgebiet für Menschen zur Sperrzone.

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. (Quelle: DJV)
Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. (Quelle: DJV)

In dem 50 Quadratkilometer großen Infektionsgebiet um die östliche Stadt Zlin in Tschechien dürfen Wald und Felder nicht mehr von Menschen betreten werden. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Gruppen wie Förster und Landwirte. Rund 350 Schilder sollen auf das neue Verbot aufmerksam machen. Das teilte der Präsident der Verwaltungsregion Zlin, Jiri Cunek, kürzlich mit. Die Polizei werde die Einhaltung der Anordnung überwachen.

Zusätzlich installierten die Behörden einen Zaun: Der rund 70 Zentimeter hohe, elektrische Weidezaun verwendet eine Spannung von 10.000 Volt, die aber nur für den Bruchteil einer Sekunde abgegeben wird. Mit dem Zaun soll verhindert werden, dass infizierte Tiere das 40 Quadratkilometer große Ansteckungsgebiet verlassen und die Krankheit weitergeben.

Eingesetzt werden auch sogenannte Vergrämungsmittel - übelriechende
chemische Duftstoffe. Regionspräsident Jiri Cunek machte sich in
einem Hubschrauber ein Bild von der Lage.

Die Landwirte wurden angewiesen, auf einer Fläche von 115 Hektar die
Ernte nicht einzufahren. Die Wildschweine sollen genug Nahrung
vorfinden, damit sie nicht weiterwandern. In den umliegenden Regionen
wird vermehrt auf die Wald- und Feldbewohner Jagd gemacht. Seit Mitte
Juli wurden nach Angaben der staatlichen Veterinärbehörde mehr als
1.290 Tiere abgeschossen. Im betroffenen Gebiet selbst wird nicht
gejagt, damit die Wildschweine nicht daraus verscheucht werden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat seine Risikoeinschätzung kürzlich für die Einschleppung der Seuche nach Deutschland angepasst. Die Experten stufen das Risiko durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen nicht mehr als gering ein, sondern als mäßig. Als größte Gefahr für die Einschleppung gilt weiterhin der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könne. Das Einschleppungsrisiko durch den Menschen wird weiter als hoch eingestuft.

Die Afrikanische Schweinepest verläuft für die infizierten Tiere in
der Regel tödlich. Seit Beginn des Ausbruchs in Tschechien Ende Juni
wurde das Virus bei 77 Tierkadavern festgestellt. Für den Menschen
ist die Tierseuche ungefährlich. Bei einem Übergriff auf Hausschweine
drohen allerdings erhebliche wirtschaftliche Schäden, da es keine
Impfung gibt.