Sicherheit geht vor Jagderfolg | Deutscher Jagdverband

Sicherheit geht vor Jagderfolg

Wenn Landwirte auf den Feldern die Ernte einholen, bietet sich Jägern die Chance, vor allem Wildschweine zu bejagen. In der sonst so dicht bewachsenen Feldflur ist die Erntejagd eine effektive Methode. Dabei steht die Sicherheit ganz vorn, Hinweise gibt der DJV.

Signalfarben sind ein Muss auf der Erntejagd.
Signalfarben sind ein Muss auf der Erntejagd.

Die Getreide- und Rapsernte bietet Jägern die Möglichkeit zur sogenannten Erntejagd. Nachdem die dicht bewachsenen Felder bisher wenig Chancen auf Jagderfolg boten, besteht von Juli bis Oktober die Gelegenheit, vor allem Wildschweine zu bejagen. Das ist wichtig, da die Schwarzwild-Population dank idealer Lebensbedingungen in der Feldflur stark wächst. Das Eingreifen in die Bestände ist auch aufgrund des Risikos der Afrikanischen Schweinepest notwendig, eine Seuche, die sich von Ost- nach Mitteleuropa ausbreitet und auch Hausschweine bedroht. 

Sicherheit geht jedoch vor Jagderfolg: Jäger und Landwirte sollten Erntejagden eng abstimmen und sorgsam vorbereiten. Alle beteiligten Personen sollten sich aus Sicherheitsgründen gut und weithin sichtbar sein - idealerweise durch das Tragen von Warnwesten. Zur Planung gehört auch, Warnschilder an Straßen aufzustellen und an das Jagdgebiet angrenzende Pferde- oder Viehhalter zu informieren.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt, von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, damit der Schuss stets in Richtung Boden abgegeben und die Kugel abgefangen wird. Jäger sprechen vom „Kugelfang“. Besonders gut eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die leicht umgesetzt werden können. Ein ausreichender Abstand zu Erntefahrzeugen sollte dabei eingehalten werden, der Schusswinkel zum Nachbarn größer als 30 Grad sein. Für das Wild gilt grundsätzlich die Regel „jung vor alt und schwach vor stark“, denn besonders junge Tiere sind an der Reproduktion beteiligt. Zudem gilt der Muttertierschutz: Bachen mit Frischlingen dürfen nicht erlegt werden.

Bis Ende Oktober, wenn der letzte Mais von den Feldern geholt wird, ergibt sich wiederholt die Chance, Wild zu bejagen. Denn vor allem Maisfelder sind für Schwarzwild ein Schlaraffenland: In den Sommermonaten leben ganze Rotten in den Feldern, wo sie ausreichend Schutz und Nahrung finden. Für Landwirte bedeuten die ungebetenen Gäste meist hohe finanzielle Einbußen, denn das Wild frisst den Mais und zerstört viele Pflanzen. Wildschweine profitieren davon, dass heute auf etwa zehn Prozent der Fläche Deutschlands - 26 mal größer als noch vor 50 Jahren - Mais und Raps angebaut wird. Umso wichtiger ist die Erntejagd als eine besonders effektive und notwendige Form der Jagd, um regulierend in die Wildschweinpopulation einzugreifen.