Freiberger Erklärung unterzeichnet | Deutscher Jagdverband

Freiberger Erklärung unterzeichnet

Gemeinsame Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen

 (Quelle: Rolfes/DJV)
(Quelle: Rolfes/DJV)

Unterzeichner: Landesjagdverband Sachsen e.V., Sächsischer Landesbauernverband e.V., Staatsbetrieb Sachsenforst, Sächsischer Waldbesitzerverband e.V., Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer

Zielsetzung:

Das Ziel besteht darin, gesunde, tragbare und gut strukturierte Schalenwildbestände zu entwickeln und zu erhalten. Damit soll das Risiko großer Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft weiter minimiert werden. Dabei sollen insbesondere überhöhte Schwarzwildbestände abgebaut werden, wodurch neben der hohen Wildschadensgefahr auch die Gefahr von Wildseuchen verbunden mit großen wirtschaftlichen Schäden für alle Beteiligten weiter verringert wird. Die bereits erfolgreichen Jagdstrecken der letzten Jahre zeigen einen guten Trend. Das große Engagement der Jäger hat aber noch nicht überall zu einer wirksamen, nachhaltigen Reduzierung des Schwarzwildbestandes geführt. Die Unterzeichner appellieren an die Pflicht der Partner (Jäger, Landnutzer, Waldnutzer, Flächeneigentümer, Jagdgenossenschaften), das vorgenannte Ziel durch eigene Aktivitäten sowie eine wirksame Zusammenarbeit und ein gemeinsames Vorgehen anzustreben. Grundlage des Handelns sind das Sächsische Jagdgesetz, die Sächsische Jagdverordnung und der Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zur Vorbildlichkeit von Jagdausübung und Hege in den Verwaltungsjagdbezirken des Freistaates Sachsen.

Unterzeichnung der Freiberger Erklärung in der Staatskanzlei Dresden.

 

Im Einzelnen sollten folgende Maßnahmen zur Bestandsreduzierung und zur Vermeidung von überhöhten Schwarzwildbeständen konsequent umgesetzt werden:

  • Der verstärkte Abschuss des Schwarzwildes erfolgt unter weidgerechten Bedingungen. Dabei bleibt der konsequente Abschuss in der Jugendklasse zwingend erforderlich. Die Strecke sollte in der Summe 70% Frischlinge (vorrangig gestreifte), 20% Überläufer und 10% ältere Bachen betragen.
  • Zur Bejagung sollten sowohl in den Gemeinschaftsjagdbezirken, als auch in den Eigenjagdbezirken wie Sachsenforst verstärkt auch revierlose Jäger und Jungjäger einbezogen werden.
  • Gemeinsame revierübergreifende Bejagung (Stöber- und Bewegungsjagden) von durch hohe Wildbestände besonders gefährdeten Flächen, durch die Nutzer von Eigenjagdbezirken und Gemeinschaftsjagdbezirken. Der Abschluss von sinnvollen Wildfolgevereinbarungen und Notwegevereinbarungen wird empfohlen.
  • Die Flächennutzer unterstützen ganzjährig gezielte Jagdmaßnahmen auf besonders gefährdeten Flächen. Dazu sollten gemeinsame Strategien sowie die Bejagbarkeit bereits vor der Aussaat bzw. des Vegetationsbeginns festgelegt werden.
  • Strikte Einhaltung von §7 SächsJagdVO bezüglich der Einrichtung und Unterhaltung von Kirrungen.
  • Eine bessere Ausnutzung des vertraglich gesicherten Jagdausübungsrechts der Jagdpächter durch den Abschluss von Mehrseitenvereinbarungen zwischen dem Jagdrechtsinhaber (Jagdgenossenschaft), dem Jagdrechtsausübenden (Jäger) und dem Flächenbewirtschafter (Landwirt bzw. Forstwirt) mit konkreten ortsbezogenen Maßnahmen zur Minimierung bzw. Verhinderung von Wildschäden. Bei Notwendigkeit sollte eine Nachbesserung bestehender Jagdpachtverträge mit dem Ziel der besseren Pflichterfüllung der Jagdausübungsberechtigten zur Wildbestandsregulierung erfolgen. Dies trifft auch bei Verlängerung der Pachtverträge bzw. Neuverpachtungen zu.
  • Die Einbeziehung der Schwarzwildbejagung in die Arbeit der Hegegemeinschaften unter Mitarbeit der Jagdgenossenschaften sowie weitere ortsbezogene Maßnahmen, die zur Ergebniswirksamkeit beitragen.
  • Gemeinsame Fortbildungs- und Fachinformationsveranstaltungen der Unterzeichner.
  • Die Unterzeichnenden lehnen jeglichen Einsatz von Medikamenten und Hormonen zur Bestandsregulierung von Schalenwildarten ebenso wie eine Wildbekämpfungsstrategie ab.
  • Es ist beabsichtigt, künftig die Diskussion über gemeinsame Positionen zur Entwicklung aller Schalenwildarten weiter zu führen.

Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft: Jäger und Landwirte vereinbaren enge Zusammenarbeit