Jagd: das unterschätzte Ehrenamt

Jagd wird in Deutschland überwiegend unbezahlt und in der Freizeit ausgeübt. Doch das weiß noch nicht einmal die Hälfte der Deutschen. Dabei leisten Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft – ob für Tier- und Artenschutz, Seuchenprävention oder Umweltbildung. Dieses Ehrenamt braucht mehr Sichtbarkeit und Anerkennung.

Jägerinnen und Jäger übernehmen freiwillig Aufgaben für Natur-, Arten- oder Tierschutz und unterstützen Behörden. Das machen sie meist in der Freizeit, ohne Bezahlung – aber mit gesetzlichem Auftrag. Nur 46 Prozent der Bevölkerung wissen allerdings, dass Jagd ein Ehrenamt ist, zeigt eine repräsentative Umfrage. Gleichzeitig ist die Akzeptanz dafür hoch: Eine Dreiviertel-Mehrheit hält Jagd für notwendig.

Zeit, Fachwissen und private Mittel

Das jagdliche Ehrenamt ist nicht nur Haltung, sondern messbarer Einsatz. Im Revier kommen im Durchschnitt rund 41 Stunden pro Monat zusammen – etwa eine Arbeitswoche. Die Jägerschaft investiert zudem aus persönlicher Verantwortung heraus erhebliche Mittel in Naturschutz, Biotoppflege oder den Schutz von Wald und Feld. Insgesamt sind es über eine halbe Milliarde Euro – aus eigener Tasche statt aus staatlichen Förderprogrammen.

Das Ehrenamt, das polarisiert

Im Vergleich zu anderen ehrenamtlichen Bereichen wie Feuerwehr oder Rettungswesen polarisiert die Jagd mehr. Denn: Jagd beinhaltet das Töten von Tieren. Emotionale Debatten sind die Folge – besonders in urbanen, naturfernen Milieus. Entscheidend ist deshalb: Das jagdliche Engagement muss sichtbarer werden. Es braucht mehr Positivbeispiele, mehr Dialog, mehr persönliche Begegnung – gerade für und mit Menschen aus dem urbanen Bereich, wo Kontakt bisher seltener ist.

Kein Applaus, aber faire Einordnung

Der DJV steht für Jagd als notwendige und überwiegend ehrenamtlich getragene Aufgabe – mit direktem Nutzen für Gemeinwesen, Landnutzung und Naturschutz. Ethische Fragen gehören ebenso aktiv in die Kommunikation. Jagd braucht keinen Applaus, aber sie braucht faire Einordnung, klare Fakten und gesellschaftliche Anerkennung. Jägerinnen und Jäger stehen für ein Ehrenamt, das täglich Verantwortung übernimmt. Das zu verdeutlichen, ist Aufgabe des DJV in der Öffentlichkeitsarbeit.

Leistungen der Jägerschaft

Natur- und Artenschutz

Jägerinnen und Jäger legen Blühstreifen, Streuobstwiesen und Feuchtbiotope an, fördern die Artenvielfalt und schützen Lebensräume.

Jungwildrettung

Während der Frühmahd retten Teams Wildtiernachwuchs wie Rehkitze, Junghasen oder Wiesenbrüter vor dem Mähtod.

Wildtiermonitoring und Wissenschaft

Über das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) erheben Jägerinnen und Jäger deutschlandweit wissenschaftlich abgesicherte Daten zu Wildtierbeständen.

Tierseuchenbekämpfung

Jägerinnen und Jäger unterstützen Behörden bei Afrikanischer Schweinepest, Myxomatose oder Vogelgrippe, etwa durch Meldung kranker Tiere, Beprobung von Kadavern und Bestandsregulierung.

Naturbildung

Viele tausend Ehrenamtliche sind bundesweit für die Initiative Lernort Natur im Einsatz und vermitteln Kindern und Jugendlichen Kenntnisse über heimische Tiere und Pflanzen.