Jäger liefern wichtige Daten für die Umweltbeobachtung

WILD-Jahresbericht 2023: Jäger erfassen 13 Wildtierarten auf über 120.000 Quadratkilometern. Ergebnisse verdeutlichen Handlungsbedarf: Offenlandarten bleiben unter Druck, invasive Arten nehmen zu. Die Daten sind Grundlage für politische Entscheidungen, Artenschutz, Agrarförderung oder Wildtiermanagement.

Großes ehrenamtliches Engagement liefert verlässliche Daten

Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD): Das größte Monitoringprogramm für viele Säugetier- und Vogelarten der Jägerschaft liefert wertvolle Fakten für die Umweltbeobachtung, etwa zu Verbreitung und Bestandsentwicklung. Für den neuen WILD-Jahresbericht 2023 haben Jägerinnen und Jäger auf über 120.000 Quadratkilometer Fläche ehrenamtlich Daten erhoben – das sind 37 Prozent der Jagdfläche Deutschlands. Für 13 Wildtierarten gibt es detaillierte Verbreitungskarten, Diagramme und Kurzinfos.

Erstmals Vorkommen des Wolfes abgefragt

Das Projekt liefert Daten für Offenlandarten wie Feldhase und Rebhuhn, die zeigen: Es gibt einen leichten Aufwärtstrend – auf niedrigem Niveau. Bei den Raubsäugern wurden neben Luchs und Wildkatze erstmals auch Wolf und Goldschakal systematisch abgefragt. Die Ergebnisse zum Wolf decken sich weitgehend mit den Daten des Bundesamtes für Naturschutz und zeigen weitere Ausbreitungstendenzen. Die Jägerschaft ergänzt damit das offizielle Wolfsmonitoring um wichtige regionale Informationen.

Invasive Arten sind weiter auf dem Vormarsch

Für invasive Arten liefert die Jägerschaft wichtige Daten und Trends. Über zwei Drittel der Jagdreviere melden inzwischen Waschbärvorkommen – fast drei Viertel mehr als im Jahr 2011. Die südamerikanische Nutria kommt 2023 in über einem Drittel der teilnehmenden Jagdreviere vor – eine Verdopplung gegenüber 2015. Weiter verbreitet als die heimische Graugans ist inzwischen die afrikanische Nilgans: 54 Prozent haben ein Vorkommen gemeldet – eine Zunahme um knapp die Hälfte seit 2017.

Ausbreitung erhöht Handlungsbedarf

Invasive Arten sind weltweit eine der Hauptursachen für Artenschwund. Die Nutria unterhöhlt beispielsweise Deiche und vernichtet Schilfgürtel – die Kinderstube vieler Arten. Die Nilgans verdrängt heimische Vogelarten und sorgt für Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen. Der Waschbär wiederum bedroht Bodenbrüter oder Amphibien und verursacht Schäden in Siedlungen. Der DJV fordert von der Politik das klare Bekenntnis zur Jagd als zentrales Instrument für den Artenschutz, ergänzt durch Lebensraumverbesserung für Offenlandarten.

Größtes Wildtiermonitoring der Jägerschaft auch online möglich

Das Monitoringprogramm WILD besteht aus 3 Säulen: Neben Flächendeckender Erfassung gibt es die Feldhasenzählung in Referenzgebieten und das Tierfund-Kataster. Jetzt neu: Revierinhaber können sich digital an der Flächendeckenden Erfassung beteiligen: Auf wild.jagdverband.de das eigene Revier anlegen und Wildtierdaten eingeben – auch mobil über Smartphone oder Tablet. Ende 2026 wird die Feldhasenzählung in Referenzgebieten ebenfalls online möglich sein.

Offenlandarten bleiben unter Druck, invasive Arten nehmen zu – die Ergebnisse verdeutlichen den Handlungsbedarf.