Vorsicht bei der Erntejagd

Die Ernte von Raps und Getreide ist bereits im Gange. Zwei DJV-Videos geben Hinweise zur Sicherheit und Notwendigkeit von Erntejagden.

Oftmals warten die Wildschweine bis zur letzten Minute, ehe sie aus dem Getreide flüchten (Quelle: Rolfes/DJV)
Oftmals warten die Wildschweine bis zur letzten Minute, ehe sie aus dem Getreide flüchten (Quelle: Rolfes/DJV)

Die Getreideernte ist gestartet. Danach folgt die Ernte von Raps und Mais. Jetzt bietet sich dem Jäger eine gute Möglichkeit Wildschweine effektiv zu bejagen, denn diese leben mittlerweile bis zu fünf Monate im Jahr komplett in den Feldern. Aber Vorsicht! „Bei der Erntejagd ist Sicherheit oberstes Gebot!“, mahnt Dr. Böhning, ‚Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV). In zwei Videos (Erntejagd Teil 1 – Sicherheit und Erntejagd Teil 2 - Notwendigkeit) hat der Verband die wichtigsten Sicherheitshinweise zusammen gestellt und erklärt, warum die Erntejagd notwendig ist.

Erntejagd Teil 1: Sicherheit

Der DJV empfiehlt Jägern, grundsätzlich nur von erhöhten Einrichtungen, wie etwa Hochsitzen zu schießen, da ein „Kugelfang“ immer gewährleistet sein muss. „Kugelfang bedeutet nicht Feldkante oder Gebüsch, sondern ausschließlich gewachsener Boden“, so Böhning. Das Schießen in Richtung einer Hügelkuppe oder parallel zum Boden verbietet sich ebenfalls. Ideal für Erntejagden sind mobile Drückjagdböcke, die während des Ernteverlaufs umgesetzt werden können. Alle beteiligten Personen müssen zudem Warnkleidung tragen. Natürlich gelten die grundlegenden Regeln der Waidgerechtigkeit: Angesprochen wird vor dem Schuss.

Enge Absprachen zwischen den beteiligten Schützen, den Landwirten und Lohnunternehmern sind für die Sicherheit aber auch den Jagderfolg von entscheidender Bedeutung. Gute Planung und genaue Einweisungen bei Erntejagden durch einen Jagdleiter sind zwingende Voraussetzungen.

Erntejagd Teil 2: Notwendigkeit

Hintergrundinformation zur Erntejagd

Unsere Kulturlandschaft in Deutschland hat in den letzten 25 Jahren tiefgreifende Veränderungen erlebt, von denen besonders Wildschweine profitieren. So hat unter anderem der Wandel in der Energiepolitik dazu geführt, dass auf mittlerweile 10 Prozent der Bundesfläche Mais und Raps angebaut werden. Das ist 26 Mal mehr Nahrungsquelle und Lebensraum als in den 1960er Jahren. In der Feldflur sind Wildschweine kaum bejagbar. Die Erntezeit bietet ein kurzes Zeitfenster, um effektiv jagdlich einzugreifen.