Vollmondnacht

In der Vollmondnacht des 12. November bin ich gemeinsam mit meiner Freundin Ruth zum Ansitzen gegangen. Es war eine kalte, fast windstille Nacht und wir pirschten zum Ansitz nahe einer Wiese. 

#jaeben19 (Quelle: Neumann/privat)
#jaeben19 (Quelle: Neumann/privat)

Ich habe erst kürzlich den Jagdschein erworben und meine Freundin Ruth hat mich oft vor der Prüfung abgehört, das war eine aufregende Zeit. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie meiner Einladung zum Ansitz gefolgt ist. Es lag eine merkwürdige Stille in der Luft. Ich zeigte ihr, frisch von Wildschweinen umgebrochene Wiesenabschnitte. Nachdem wir etwa 2 Stunden in unserem Versteck ausharrten und die Waldränder beobachteten, fingen die Kraniche an zu rufen. Sie übernachteten in den nahen gelegenen Fischteichen. Das Spektakel fand erst ein Ende, nachdem auch der Fuchs Laut gab. Kurz darauf hörten wir ganz in der Nähe ein Reh klagen, es war sein letzter Ruf. Nun war auch klar, warum es so still war, denn die Wölfe waren ganz in der Nähe und hatten nun ein Reh gerissen. Wir verließen den Ansitz gegen den Wind im großen Bogen und fanden noch jede Menge Spuren von Rehen und Wildschweinen. Zu Hause angekommen, war Ruth ganz hellwach und bemerkte, dass Jagd viel mehr sei, als Nahrungsbeschaffung und dass es ein toller Ausflug war und sie gerne noch einmal mitkommen werde. So einen tollen, gesprächsarmen und doch intensiven Abend hatten wir beide bisher nicht erlebt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihr bald beim Lernen für den Jagdschein helfen darf.

Waidmanns heil wünschen Ruth und Steffi