Unterrichtsstunde mit Jäger

Beim Schulbesuch, bringt der Jäger meist ein Lernort Natur-Mobil oder andere spannende Unterrichtsmaterialen mit.

Unterricht mit Jägern macht einfach Spaß (Quelle: FM/DJV)
Unterricht mit Jägern macht einfach Spaß (Quelle: FM/DJV)

Wenn Jäger von einer Schulklasse oder dem Lehrer eingeladen wurden, bringen sie in der Regel ein LERNORT NATUR-Mobil oder andere Materialien wie Tierpräparate, Tastbretter, Arbeitsblätter und Spielkarten mit. Dies alles kommt dann im Unterricht zum Einsatz.

Am besten vereinbart man mit dem Jäger mindestens eine Doppelstunde. Und so könnte eine Unterrichtsstunde mit dem Jäger aussehen:

Acht Bausteine für den Unterricht

1. Vorstellung

Wenn der Jäger vor die Klasse tritt, wird er sich zuerst einmal vorstellen und den Kindern sagen, was ihm besonders am Herzen liegt nämlich die Natur, die Wildtiere und natürlich auch die Jagd.

2. Tiersteckbriefe

Zur Vorbereitung der Tiersteckbriefe, erzählt der Jäger den Kindern beispielsweise folgende Geschichte: “Ich treffe oft Menschen, die mir von einem Tier erzählen, das sie gesehen haben. Sagen diese Leute nur: “Das Tier hatte ein Fell, zwei Augen und vier Beine”, dann hilft mir das nicht weiter. Um sicher zu wissen, um welches Tier es sich handelt, braucht man schon genauere Angaben! Ob ihr mit meiner Schilderung eines Tieres etwas anfangen könnt, wollen wir jetzt austesten. Es folgt das Spiel “Tiersteckbriefe” mit dem die Schüler Kenntnisse über die heimischen Wildarten erwerben sollen.

Spielverlauf

Der Spielleiter liest Aussagen über ein Tier vor, zum Beispiel:

  • Ich lebe in Mitteleuropa
  • Ich habe vier Beine
  • Ich bin ein Meister im Verstecken
  • Ich fresse gerne Blätter, Kräuter und junge Triebe.
  • Mein Junges hat weiße Flecken im Fell und zunächst keinen Eigengeruch.
  • Ich bin die kleinste Hirschart in Deutschland.
     

Die Schüler müssen die Aussagen kombinieren. Es darf nicht laut gedacht werden. Wer glaubt, das Tier erkannt zu haben, legt den Finger auf die Nase (ist ein Naseweis, wenn er zu früh den Finger auf der Nase hat). Wer seine Meinung ändert, fasst sich ans Ohrläppchen (das heißt dann: “ich muss länger zuhören”). Wer es nicht erraten kann, legt zum Schluss die Hand auf den Kopf (das bedeutet: “Ach, muss ich noch viel lernen”). Nachdem die Aussagen alle vorgelesen sind, sagt der Spielleiter (Jäger oder Lehrer): “Ich bin ein(e)…?” Dann antworten alle im Chor: “Ich bin ein Reh!”

Weitere “Tiersteckbriefe” sind im Kartenspiel “Abenteuer Pirsch” enthalten.

Anfassen erlaubt!3. Jedes Tier hat einen Namen

Jetzt sind die Kinder eingestimmt und Schüler, Jäger und Lehrer wenden sich den Präparaten zu. Eingesetzt werden nur solche Tierpräparate, die gesundheitlich unbedenklich sind.

Die Spannung steigt, wenn jedes Präparat einzeln ausgepackt wird. Jeder Schüler bekommt ein Klebeetikett oder ein Pappschildchen mit einem Tiernamen. Die Aufgabe besteht darin, jedem Tier das richtige Namensschildchen zuzuordnen. Einigen Präparaten können die Kinder selbstständig den richtigen Begriff zuordnen, bei anderen benötigen sie Hilfe. Der Jäger oder Lehrer kann dabei zum Beispiel auf besondere Merkmale der Tiere hinweisen, die das Behalten der Namen und Wiedererkennen der Arten erleichtern. Natürlich dürfen die Präparate auch angefasst und gestreichelt werden.

4. Arbeitsblatt

Nachdem nun jedes Tier seinen richtigen Namen hat, wird das erworbene Wissen vertieft. Dazu bekommen alle Schüler ein Arbeitsblatt mit den Abbildungen der Tiere, auf dem sie die Tiernamen zuordnen und eintragen. Eine gute Vorlage für Arbeitsblätter bietet das Malbuch “Wir malen was lebt in Wald und Flur”.

Wir malen was lebt in Wald und Flur5. Malen

Wer seinen Arbeitszettel fertig beschriftet hat, kann schon mal damit beginnen, die Abbildungen der Tiere auf dem Arbeitsblatt farbig auszumalen. Alternativ kann auch das Malbuch “Wir malen – was lebt in Wald und Flur” eingesetzt werden.

 

 

 

Felltastbretter schulen den Tastsinn  6. Fühlen

Mit Felltastbretter schulen wir den Tastsinn der Kids und schaffen einen weiteren unterhaltsamen Zugang zum Thema “Wildtier”. Wie fühlt sich die Schwarte des Wildschweins an? Wie unterscheiden sich Sommer- und Winterfell des Rehs oder des Fuchses? All das können die Kinder nun erfahren. Im ersten Spielgang werden Fellstücke dem richtigen Tier zugeordnet, das mit Bild und Namensbezeichnung in einem Fach des Tastbretts abgebildet ist. Dann ist Fingerspitzengefühl gefragt: Dem Schüler werden die Augen verbunden, so dass er sich voll auf seinen Tastsinn verlassen muss. Zu sechs verschiedenen Fellen sollen durch Fühlen und Vergleichen passende Gegenstücke gefunden werden.

7. Geschichte

Nach dieser recht lebhaften und handlungsorientierten Phase lassen wir wieder Ruhe einkehren. Dazu stellen wir ein oder zwei Tiere ausführlich vor und erzählen eine kleine Geschichte oder der Jäger berichtet von Erlebnissen mit diesen Tieren im Revier. Als Alternative bietet sich an, eine Sequenz aus den DJV-Videos “Lebensraum Wald – Natur entdecken und erleben” bzw. “Lebensraum Feldflur – Natur entdecken und erleben” zu zeigen. Falls die Kinder eigene Erlebnisse haben, sollen sie davon erzählen.

8. „Abenteuer Pirsch“

Als Abschluss vertiefen wir das neuerworbene Wissen mit einem Spiel. Jetzt kommt das DJV-Kartenspiel “Abenteuer Pirsch” zum Einsatz. Dabei geht es darum, 4 mal 3 Aussagen über ein Tier zusammenzufügen. Dazu erhält jedes Kind eine Karte. Dann sollen sich die Schüler in Vierer-Gruppen zusammenfinden. Wenn sich die Schüler gefunden haben, bei denen die Aussagen auf der Spielkarte zu ein und demselben Tier gehören, ergeben die Karten auf der Rückseite das komplette Foto. Wenn alle Gruppen komplett sind, werden die Tiere anhand der abgedruckten Beschreibungen vorgestellt.

Zur Vertiefung des Themas laden viele Jäger die Klasse ins Jagdrevier ein. Dort können die Schüler den Lebensraum der Wildtiere erkunden und nach ihren Spuren zu suchen!