Orangefarbenes Protestmeer auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Mehr als 3.000 Jägerinnen und Jäger zeigten gestern, was sie von der aktuellen Jagdpolitik in Baden-Württemberg halten.

#5vor12: Gemeinsam für Wild, Jagd und Natur (Quelle: below/ljv bw)
#5vor12: Gemeinsam für Wild, Jagd und Natur (Quelle: below/ljv bw)

Eine eindrucksvolle Demo liegt hinter den Jägern und Jägerinnen in Baden-Württemberg. 

Landesjägermeister Jörg Friedmann: „Diese Demo aus der Mitte der Gesellschaft setzt Signale für eine zeit- und praxisgerechte Jagd. Die Politik sollte begriffen haben, dass sie nur mit und nicht gegen die Jäger umsetzen kann, was Wild und Jagd nutzt.“

DJV-Präsidnet Hartwig Fischer: „Eine eindrucksvolle Demo. Es zeigt sich bereits nach einer halben Stunde, dass die Landesregierung Dinge zurücknehmen will. Diese Demo ist ein machtvolles Signal in andere Bundesländer, wo Regierungen mit grüner Beteiligung Gesetze ändern wollen.“

Dr. Hans-Ulrich Rülke, FDP-Fraktionsvorsitzender: „Der Minister (Bonde) bekennt sich nicht zu seiner Politik. Er hat sich weggeschlichen und schickt seinen Amtschef (Reimer) vor. Eigentlich hätte heute der wirkliche Chef der Grünen kommen müssen, nämlich Dr. Andre Baumann vom Nabu. Der Gipfel ist die Haltung von Minister Bonde in Sachen Demonstrationsfreiheit: Wenn die Jäger dieses Recht wahrnehmen, werden sie als Katzenkiller verunglimpft.“

SPD-Fraktionsvorsitzender: „Wir erwarten, dass das Wildtiermanagementgesetz eins zu eins umgesetzt wird.“

Guido Wolf, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Die Kompromissbereitschaft der Jäger wurde überstrapaziert. Die Menschen wurden an der Nase herumgeführt. Dass erst 3.000 Jäger nach Stuttgart kommen müssen um in Trippelschritten voranzukommen, ist traurig. Das Ganze politisch zu überfrachten und Jäger als Katzenkiller darzustellen, ist unseriös.“

Landesbauernpräsident Gerhard Glaser: „Leider werden die Kenntnisse von Natur und Tieren immer schlechter. Insbesondere die Lautstärke einiger Jagdgegner korreliert leider nicht mit deren Naturkompetenz. Demokratie bedeutet Bürgerbeteiligung. Und dazu gehören auch motivierte Jäger.“

Karl Traub, Vorsitzender des Agrarausschusses im Landtag: „Dass sich der Minister Bonde einer weiteren Diskussion hier entzieht, ist ein Unding. Dass jetzt nochmal über die Durchführungsverordnung gestritten werden muss, ist bondenlos und unfair.“

Eindrücke von der Großkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann: „Die Jagd ist keine Spielwiese grüner Interessenpolitik im Vorwahljahr.“

Auch diese Jäger waren den Aufruf von DJV und LJV gefolgt, um in Stuttgart gemeinsam gegen die aktuelle Jagdpolitik zu demonstrieren.

DJV-Präsident Hartwig Fischer richtet sich an die Jagdgegner: „Waidmannsheil, wir sind 3.000 Jäger und stehen hier in der Mitte der Gesellschaft. Und da drüben im Abseits stehen 30 Jagdgegner.“

Auch vierbeinige Helfer sind auf der Kundgebung. Sie protestieren gegen die Pläne des Forstministers Bonde, das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz durch die Hintertüt zu verschärfen

Dr. Hans-Ulrich Rülke, FDP-Fraktionsvorsitzender: „Der Gipfel ist die Haltung von Minister Bonde in Sachen Demonstrationsfreiheit: Wenn die Jäger dieses Recht wahrnehmen, werden sie als Katzenkiller verunglimpft“

Aufmerksamer Zuhörer: Alexander Bonde, Minister für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Die Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann verzichtete auf einen Redebeitrag vor 3.000 Jägern und schickte den Amtsleiter im Ministerium, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, auf die Kanzel.

Kritisch gesehen von Jägern: Minister Bonde will die Fütterung nahezu unmöglich machen. Verschweigt aber, dass beispielsweise Hirsche nur noch auf 4 Prozent ihres Lebensraumes in Rotwildbezirken leben dürfen und im Winter nicht mehr in die Tallagen wandern können, die der Mensch für sich beansprucht. Zwei-Klassen-Tierschutz, Herr Bonde?

Demo Stuttgart Guido WolfGuido Wolf, CDU-Fraktionsvorsitzender: “ Wenn sich der (Guido) Wolf vor 3.000 Jäger auf den Hochsitz wagt, ist das der Beweis, dass Jäger friedliche Menschen sind.“

Ein orangefarbenese Protestmeer auf dem Stuttgarter Schossplatz: Mehr als 3.000 Jägerinnen und Jäger zeigen, was sie von der aktuellen Jagdpolitik halten

Klaus Schmiedel (r.), SPD-Fraktionsvorsitzender: „Wir erwarten, dass das Wildtiermanagementgesetz eins zu eins umgesetzt wird.“

Der Politik den Marsch geblasen haben in Stuttgart über 400 Jagdhornbläser.