LJV Brandenburg: Landesjägertag Brandenburg - Politik und Jagd ziehen an einem Strang

Jagdgesetze sind erprobt und sollen bestehen bleiben

Einen Wald-Wild-Konflikt gibt es nach Ansicht von Wolfgang Bethe, dem Präsidenten des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB) nicht. “Es gibt lediglich einen Konflikt der Nutzer”, erklärte der Präsident am Sonnabend vor den Delegierten des Landesjägertages in Paaren/Glien und postulierte: “Es gibt einen Mensch-Wald-Wild-Konflikt”. Schäden durch Verbiss im Wald werden nicht nur durch eine zu hohe Wilddichte verursacht. Verursacher sind auch andere Auslöser. Stressbelastung der Wildtiere durch Freizeitdruck, schneereiche Winter oder das Zerschneiden von Lebensraum verleiten Wildarten wie Rot-, Dam-, und Rehwild, Bäume zu schädigen. Die Wilddichte steht in einer langen Reihe von Ursachen erst an untergeordneter Stelle. Außerdem stellt nicht jeder Verbiss an einem Baum gleich einen Schaden dar. Statt einer Verlängerung der Jagdzeiten setzte sich der Präsident in seiner Rede für Lebensraumverbesserungen für das Wild ein. Er betonte, die Jagdzeitenreglungen in Brandenburg seien praxiserprobt und durch extreme Flexibilität der Hegerichtlinie könnten Wilddichten den Erfordernissen des Waldumbaus angepasst werden.

Allianz der Betroffenen

Auf dem Feld steigt die Wildschadensgefahr durch Veränderung der landwirtschaftlichen Produktionsweisen. Am Beispiel des Schwarzwildes machte der Verbandspräsident deutlich, dass Wildschadensverhütung nur gemeinsam funktionieren kann. Die vereinten Anstrengungen mit dem brandenburgischen Bauernverband haben zum Erfolg geführt. Dort wo Landwirte und Jäger zusammen gegen hohe Schwarzwildschäden agieren, kann dieser oft wirksam eingegrenzt werden. Gerade das Anlegen von Bejagungsschneisen ist eine wirksame Methode zur Schadensverhütung. Diesem Beispiel folgend, will der LJVB gemeinsame Maßnahmen auch mit den Waldbesitzern umsetzen.

Gemeinsamkeiten wurden auch von Gastrednern aller politischen Parteien hervorgehoben. Andrea Wicklein, SPD, betonte, dass ein einheitliches Jagdrecht sinnvoll und notwendig ist. Saskia Ludwig, CDU, lobte den hohen Wissensstand der Jäger und wünschte sich, deren Kompetenz stärker in politische Entscheidungen einzubeziehen. Gregor Beyer, FDP, forderte mehr solcher gemeinsamer Anstrengungen und sprach sich für eine weitreichende Allianz von Naturschützern und Naturnutzern aus. Lediglich Cornelia Behm, Bündnis90/Die Grünen, sprach sich für die Verlängerung der Jagdzeit auf den Rehbock aus.