Gemeinsam Jagd erleben mit Margitta Matys

Ich lernte Margitta über Facebook kennen, da sie in der Gruppe „Jäger und Nichtjäger im Gespräch“, in der ich Teil des Adminteams bin, von ihrem Traum sprach einmal mit zur Jagd zu gehen und auch Kontakt zu Falknern zu haben. 

#jaeben19 (Quelle: Denzer/privat)
#jaeben19 (Quelle: Denzer/privat)

Das berührte mich, da die Arbeit mit gehandycapten Menschen und die Integration mir persönlich sehr wichtig sind. Mein Mann ist selbst Körperbehindert und der Gedanke eines normalen Lebensalltags trotz Einschränkung ist mir nicht fremd, und ich weiß, dass es möglich ist. Daher nahm ich Kontakt zu Margitta auf, um einerseits auszuloten, wie mobil sie ist und anderer Seits zu schauen, welche Jagdmethode sie am Besten aktiv miterleben kann.

Da ich das Glück habe mit zwei Falknerkollegen aus der Landesgruppe Berlin des DFO im Tiergarten gemeinsam zu beizen, bot sich dort ob der guten Nutzbarkeit der Wege die Möglichkeit, Margitta mit ihrem E- Rollstuhl mitzunehmen. Doch erstmal bot ich ihr ein Treffen mit meinem Falknerkollegen Karl Heinz Dreher und mir an, da die Vögel selbst noch wenig Erfahrung mit Rollstühlen haben und wir damit gleich einmal das Kennenlernen untereinander, aber auch die Gewöhnung der Vögel an die Situation mit dem Rollstuhl üben konnten. Wir hatten einen schönen Nachmittag miteinander und die Freudentränen von Margitta und das glückliche Lächeln waren herzerwärmend. Die Vögel waren nach anfänglicher Skepsis auch zusehends gelöster, so dass wir es wagen konnten das Projekt Beizjagd mit Handycap anzugehen.

Anfang November war es dann soweit. Beizsaison im Tiergarten. Wir trafen uns früh um halb neun an der Straße des 17. Juni und ich stellte Margitta noch meinen Überraschungsgast Kuno Seitz, den Landesgruppenleiter des DFO Berlin mit seinem Habicht vor. Somit waren wir 3 Falkner, Margitta und Kai Hamann vom DJV. Eine gute Beizgruppe.

Als erstes hohle Karl Heinz Dreher seinen Harris aus dem Auto und die Frettchenbox wurde geschultert. Am Rosengarten war ein Kaninchenbau, den wir als erstes anliefen. Nachdem wir Margitta eine günstige Position zum Beobachten verschafften und alle anderen aus der Gruppe sich positionierten, schlieften wir das Frettchen in den Bau, welchen es sofort annahm. Nicht lange danach sprang das erste Kanin. Weeko, welche seit Jahren verlässlich in der freien Folge beizt schwang sich leider nach kurzem Anjagen in den Baum und blieb dort stehen. Auch das zweite Kanin konnte sie nicht locken. Tja, so ist manchmal die Beizjagd.

Als zweiter Vogel wurde der Habicht von Kuno Seitz fertig gemacht. Wir suchten uns einen etwas entfernteren Bau, der zwar befahren schien, aber der leider leer war. Auch zwei weitere Baue waren wir leider vom Pech verfolgt. Damit Margitta aber den Habicht noch in Aktion sehen konnte, flog Kuno seinen Habicht noch kurz freie Folge, bevor wir zum Treffpunkt zurück mussten, da der bestellte Bus für Margitta schon wartete. Leider ging der Tag ohne Beizerfolg zuende, aber eine Wiederholung ist angedacht.

Und noch eine jagdliche Überraschung, die ich Margitta noch nicht verraten habe ist in Planung. Ich möchte sie nächste Saison mit zur Bockjagd nehmen. Sie kann zwar nicht mit hoch auf den Sitz, aber mit einem Tarnschirm bzw Tarnzelt neben dem Sitz sollte es für sie möglich sein so hautnah, wie es für sie geht dabei zu sein. Die passende Ecke im Revier gibt es. Nur der Tarnschirm muss noch organisiert werden, aber mit etwas Hilfe bekommen wir es hin, auch diesen Traum wahr zu machen.

Ein Handycap ist kein Hindernis. Es erfordert nur ein wenig Umdenken. 

Von Moira Denzer