Erster "Hirsch-Radar" in Schleswig-Holstein eröffnet

Elektronische Wild-Warnanlage soll helfen, Verkehrsunfälle zu vermeiden

Foto: B. Winsmann-Steins

Schleswig-Holstein hat seinen ersten “Hirsch-Radar”: An einem Wildunfallschwerpunkt in der Nähe von Kiel hat Staatsministerin Dr. Tamara Zieschang am Montag die bisher einzige elektronische Wild-Warnanlage des Bundeslandes eingeweiht. Die 800.000 Euro teure Einrichtung soll in Zukunft dafür sorgen, dass Autofahrer wechselndes Wild frühzeitig erkennen. Gleichzeitig sollen Reh und Hirsch sicher über die Straße kommen.

Ein vier Kilometer langer Wildzaun an der B 202 reduziert die Überquerungsmöglichkeiten für Wildtiere auf zwei Wechsel. Passieren sie dabei eine bestimmte Stelle, werden sie von einem Infrarotsensor erfasst. Dieser mahnt die Autofahrer an anderer Stelle mit einer hell aufleuchtenden Geschwindigkeitsbegrenzung. Die vom Bund finanzierte Anlage soll täglich etwa 25.000 PKW-Fahrern zugute kommen. Nach Baden-Württemberg ist Schleswig-Holstein das zweite Bundesland, das ein solches Projekt realisiert.

„Wir begrüßen es sehr, dass mit der nun eröffneten elektronischen Wild-Warnanlage ein großer Wildunfallschwerpunkt entschärft wird“, sagt der Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein Dr. Klaus-Hinnerk Baasch. “Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ist uns ebenso ein großes Anliegen, wie die Schaffung von Wandermöglichkeiten für Wildtiere.”

Doch der Hirsch-Radar ist nur ein Schritt, um Wildtieren den Austausch mit den Artgenossen zu erleichtern. Damit die durch Autobahntrassen und Siedlungen zerschnittenen Lebensräume besser verbunden werden, unterstützen die Jäger gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen das Großprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“.

Die Wirksamkeit des neuen Hirsch-Radars wird im Rahmen der Langzeitstudie „Wildunfälle verhindern: Was hilft wirklich? – Präventionsmaßnahmen auf dem Prüfstand“ wissenschaftlich begleitet.