Ein besonderes Blind-Date und wie es weiter ging

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, so hieß es in meinem Artikel im letzten Jahr zum Thema „Gemeinsam Jagd erleben“.

#jaeben19 (Quelle: Hamann/DJV)
#jaeben19 (Quelle: Hamann/DJV)

Ich wollte gerne mal ein Date mit einem Greifvogel.
Das sollte Dank Gemeinsam Jagd erleben kein Traum bleiben. Ich lernte über die Sozialen Netzwerke Moira Denzer kennen die mir diesen Wunsch mit dem Jagdkameraden Karl- Heinz Dreher zusammen erfüllen wollten. Moira und ich schrieben immer wieder und telefonierten auch miteinander. Es gab ja viel zu regeln, wo können wir uns treffen, wann können wir uns treffen und da ich ja im Rollstuhl sitze, musste auch die Beweglichkeit gesichert sein. Und wie bekomme ich das mit dem Fahrdienst geregelt? Im September war es dann soweit: Es war ein sonniger Samstag und ich wurde von meinem Fahrdienst mit meinem Rollstuhl von zu Hause abgeholt.
Ich kann euch sagen, ich war aufgeregt wie wild. Mein Fahrer fuhr also mit mir nach Berlin zu Familie Dreher. Ich wurde von Der Familie richtig nett empfangen.
Ich unterhielt mich mit Herrn Dreher und meinem Fahrer und bemerkte nicht, dass ich von noch jemanden in Empfang genommen wurde.
Ich fuhr also auf das Grundstück und der Hund begrüßte mich, als plötzlich etwas neben mir aufschreckte, denn er saß auf der Reck vom DFO aber ich war so aufgeregt, dass ich ihn vor dem Busch nicht sah.: Es war Weeko der Wüstenbussard.
Frau Dreher kam in der Zwischenzeit auch dazu und wir plauderten miteinander bis Frau Denzer dann auch kam.
Nun stand ich dann irgendwann zwischen Hund und Vogel, dann kam auch noch Frau Denzer und ich stand dann zwischen Vogel Hund und Vogel denn auch sie hatte ihren Wüstenbussard Ayla mit.
Frau Dreher hatte extra für dieses Date eine Greifvogeltorte gebacken. Wir tranken dann gemeinsam Kaffee und plauderten über die Jagd und die Vögel. Bis dann der große Augenblick kam. Herr Dreher fragte mich noch einmal kurz ob ich den Vogel mal nehmen möchte was ich bejahte, denn deshalb war ich ja dort. Jetzt dachte ich das er mir einen Handschuh gibt und dann den Vogel aber… Nix da Ich sollte die Hand ausstrecken und er zog den Handschuh samt Vogel aus und mir an. In diesen Sekunden hielt ich kurz den Atem an. Weeko und ich schauten uns nun ganz tief in die Augen. Ich durfte ihn dann anfassen und sogar beizen lassen. Frau Denzer und Herr Dreher machten viele Fotos. Auch Ayla durfte ich dann noch auf die Faust nehmen und fliegen sehen. Es war ein echt tolles erstes Date mit allen Personen und Tieren. Was mich sehr überraschte, waren die Worte von Frau Dreher: Als ich Weeko auf der Hand hatte sagte sie: „Mensch bist du mutig, ich hatte den Vogel noch nie auf der Faust, ich fütter ihn immer nur von draußen.“ Leider ging der Nachmittag sehr schnell vorbei. Aber nicht ohne der Erkenntniss eine Beizjagd ist auf jeden Fall noch ein muss.
Es kam dann auch wirklich dazu.
Am 1. November, alle meine Kollegen schliefen noch, denn sie hatten Brückentag und ich Zahnschmerzen. Um 5.15Uhr stand ich auf, denn ich brauche wegen meinem Handycap so meine Zeit und der Fahrdienst stand um 6.45 vor der Tür.
Nach dem Frühstück stieg ich gut gelaunt in meinen E-Rollstuhl und dann ins Auto um mit meinem Fahrer nach Berlin in den Tiergarten zu fahren, wo ich mit Karl- Heinz Dreher, Moira Denzer, Kuno Seitz und Kai Hamann (vom DJV) verabredet war. Am vereinbarten Treffpunkt wurde ich wieder herzlich begrüßt und wir gingen in den Park. An eine Stelle wo es Kaninchen geben soll. Denn die wollten wir jagen. Nun merkte ich, dass eine Beizjagd gar nicht so einfach ist, denn wenn ich die Hauptwege verließ, blieb ich auch schon mal stecken.

Was mich sehr faszinierte war, dass Weeko, der als erstes jagen sollte, los flog und dann uns allen zeigte, das sie (ich sage es mal lustig) kein Hundefutter sein wollte, den morgens halb Neun laufen im Park viele Hunde mit ihren Besitzern umher. Aber ich erfuhr dann, dass Weeko einfach keinen Hunger hatte und daher nicht das Jagdgewicht (Falkner sagen dazu die Jagdkondition).

Also flog sie auf einen Baum und ließ sich lange bitten runter zu kommen. Auch ich durfte einen Versuch starten.

Wir hatten noch zwei Frettchen mit, die wir dann in die Kaninchenbaue rein laufen ließen und ich durfte auch kurz ein Kaninchen sehen, aber eben Weeko saß auf dem Baum und hatte keine Lust

Kuno Seitz holte dann seinen Habicht. Da wir es an einer anderen Stelle versuchen wollten und ich auch noch eine andere Greifvogelart kennen lernen sollte. Also Kuno hatte seinen Vogel geholt und für mich gab es dann ein neues Abenteuer, denn seine Vogeldame kannte keinen Rollstuhl, so dass sie sich immer, wenn ich mich bewegte, etwas aufregte. Aber stand ich still, war alles schick.

Wir suchten uns dann noch eine zweite Stelle, wo es Kaninchen geben sollte und ließen dann noch ein Frettchen los. Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen, denn auch das Frettchen ließ sich sehr lange bitten, wieder raus zu kommen.

Wir hatten zwar keinen Jagderfolg, aber ich bekam mal einen Einblick, wie eine Beizjagd abläuft und wie sich Greifvögel anfühlen.

Was aber in diesem Artikel nicht vergessen werden sollte!

Gemeinsam Jagd erleben, mit einem Menschen mit Handycap, heißt viel Mut zum Risiko. Geduldige Vorbereitung, auch durch den DJV und die DFO- Landesgruppe Berlin und viele viele helfende Hände, wie den WW Trans Biesenthal der mich bei diesem Wunsch und Traum sehr unterstützte.

Ich hatte echt schöne Stunden und werde auch noch schöne Stunden mit diesem Thema haben.

Liebe Grüße

Margitta Matys

Viel Spaß beim lesen.