DJV legt Zahlen zur Nilgans vor

Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie in Deutschland sehr erfolgreich.

Die Nilgans ist extrem anpassungsfähig und konkurrenzstark. Das macht sie als Neozoon in Deutschland sehr erfolgreich. (Quelle: Mross/DJV)
Die Nilgans ist extrem anpassungsfähig und konkurrenzstark. Das macht sie als Neozoon in Deutschland sehr erfolgreich. (Quelle: Mross/DJV)

Die aus Nordafrika stammenden Nilgänse breiten sich bundesweit in immer mehr Gebieten aus. So gebe es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bereits in mehr als einem Viertel der Reviere entsprechende Brutvorkommen, meldete der Deutsche Jagdverband (DJV) am Freitag. In Rheinland-Pfalz und Hessen brüteten die Vögel bereits in mehr als 15 Prozent der Reviere. Das geht aus den Zahlen des vom DJV betreuten Wild-Monitorings zur bundesweiten Erfassung ausgewählter Wildtierarten wie etwa Waschbär und Marderhund hervor. «Besonders deutlich ist die Zahl der Nilgänse in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen gestiegen», sagte DJV-Sprecher Torsten Reinwald.

Nilgans - Entwicklung des Brutvorkommens 2009-2013

Nilgänse sind außerordentlich konkurrenzstark und anpassungsfähig. Sie brüten am Boden, in Höhlen und in verlassenen Nestern von Greifvögeln. Doch in Deutschland hat sie es nicht nur mit einheimischen Arten zu tun, sondern auch mit Neozoen. Das belegt ein Fall aus dem Raum Großgörschen, Sachsen-Anhalt: Ein Paar Nilgänse hatten dort den Horst eines Mäusebussards übernommen und wurden anschließend vom Waschbär geplündert und vertrieben.

Erkennbar sind die Nilgänse an ihrem dunklen Augenfleck und den relativ hohen Beinen. Auch gegenüber Menschen sind sie vergleichsweise aggressiv und verteidigen Uferbereiche und Flachwasser hartnäckig. Ob Nilgänse dabei jedoch heimische Tierarten verdrängen, ist unter Fachleuten umstritten. Seit dem 18. Jahrhundert werden sie als Ziergeflügel in Großbritannien gehalten. Erst seit den 1970er Jahren gelangten sie über die Niederlande auch nach Deutschland.

Quellen:
Halbauer/Sänger (2009). Bemerkenswerte Beobachtung zu den Neozoen Nilgans (Alopochen aegypticus) und Waschbär (Procyon lotor), in: Acta ornithoecologica, Bd. 6, H. 4.