Der Landwirt als Freund von Rebhuhn, Hase und Co.

Neuer Förderpreis „Wildtierfreundliche Landwirtschaft“ soll zum Umdenken in landwirtschaftlichen Betrieben anregen.

Durch die Brille des Landwirts gesehen, kommen Wildtiere oft als Schädlinge in den Blick, die Felder verwüsten oder sich an kostbaren Weintrauben gütlich tun. Durch die Brille vieler Naturschützer hingegen erscheinen Landwirte als Hauptverursacher des hiesigen Artenschwundes. Dass Landwirte wichtige Partner sind, um eine an Wildtierarten reiche Kulturlandschaft zu gestalten und zu erhalten, wird oft übersehen. Darauf weist die Jägerstiftung natur+mensch hin, die in diesem Jahr erstmals den Förderpreis Wildtierfreundliche Landwirtschaft ausgeschrieben hat.

Der Wildtier- und Artenschutz dürfe bei dem hohen Effizienzdruck und neben anderen wichtigen Zielen im Agrarbereich nicht untergehen, sagt Geschäftsführer Dr. Rolf Eversheim: „Darum wollen wir mit dem Förderpreis Anreize schaffen und dann auch positive Praxisbeispiele einer wildtierfreundlichen Landwirtschaft publizieren.“

Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ilse Aigner wird vom Deutschen Bauernverband (DBV) unterstützt. Sein Generalsekretär Dr. Helmut Born forderte vor wenigen Tagen einen Paradigmenwechsel in der Naturschutzpolitik: Wenn die UN-Dekade der Biodiversität wirklich erfolgreich sein soll, müsse sie eine Dekade der Kooperation des Naturschutzes mit den Landwirten werden. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, Mitglied der Förderpreis-Jury, betonte in einem Brief an die Jägerstiftung natur+mensch besonders die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten, die unerlässlich sei.

Preisstifter des mit 5.000 Euro dotierten Förderpreises sind die Verlegerin Alexandra Jahr und der Landesjagd- und Naturschutzverband der Freien und Hansestadt Hamburg. Landwirtschaftliche Betriebe können sich bis zum 31. März bei der Stiftung bewerben. Informationen zum Förderpreis gibt es auf www.jaegerstiftung.de oder können unter Tel. 0228/9490660 angefordert werden.