Bitte Hunde anleinen!

Landesjagdverband warnt: Rehkitz und Junghase sind jetzt noch leichte Beute

„Er will ja nur spielen“: Oft hören Jäger diese Antwort von Hundebesitzern, die sie in freier Natur auf ihre freilaufenden Vierbeiner ansprechen. Das Spiel des Hundes ist angeboren und dient dem Erlernen des Beutemachens – wie bei seinem wilden Verwandten, dem Wolf.

Die potenzielle Beute findet dieses Spiel gar nicht lustig. Junge Wildtiere wie Rehkitz und Junghase vertrauen in dieser Jahreszeit auf ihre tarnende Fellzeichnung und ihren noch nicht ausgebildeten Körpergeruch. Sie fliehen nicht vor einer Gefahr, sondern „drücken“ sich, das heißt, sie bleiben regungslos liegen und hoffen, nicht entdeckt zu werden. Kommt Mensch oder Hund einem solchen Fellbündel doch einmal so nahe, dass es die Flucht ergreift, ist es – zumindest gegenüber einem Hund – oft zu spät. Auch bei einem kreuzbraven Stubenhund kann dann spontan der Jagdtrieb durchbrechen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg appelliert deshalb an Hundebesitzer, während der Aufzuchtzeit von Jungwild, die noch bis etwa Mitte Juli dauert, beim Spaziergang in Wald und Feld sicherheitshalber auch folgsame Hunde an die Leine zu nehmen. Das Landesjagdgesetz schreibt vor, dass Hunde verlässlich im Einwirkungsbereich ihres Halters bleiben müssen. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können angezeigt werden. Auf Nummer sicher geht, wer seinen Hund freiwillig anleint.